Das Dutzend wird voll: Zum 12. Mal findet am Samstag, 10. September, die Coburger "Nacht der Kontraste" statt, wie immer am letzten Samstagabend der Sommerferien. Was 2005 mit Kunstsammlungen, Naturkundemuseum, Ehrenburg, Landesbibliothek, Kunstverein, Grabungsmuseum und Hofgarten begann, hat sich zu einem der beliebtesten Events gemausert - neben Schlossplatzfest, Vogelschießen und Samba.
Das Konzept, das Martin Rohm für die erste "Nacht der Kontraste" 2005 entwickelt hatte, ist im Prinzip gleich geblieben - nur größer, ausgefeilter und in sich wandelbarer. Nach wie vor ist die Grundidee, dass mit einer Eintrittskarte alle Einrichtungen besucht werden können, dass auch Gebäude dabei sind, die sonst dem breiten Publikum nicht zugänglich sind, und dass Musik, Licht und Kunst für ein einzigartiges Flair sorgen, das ganz neue Eindrücke von Coburg vermittelt.
Die Museen und Einrichtungen vom ersten Jahr sind nach wie vor dabei. Andere Schauplätze wechseln: Die Freimaurer haben schon zwei Mal ihr Logenhaus geöffnet, die Rückertschule hat sich einmal beteiligt. In diesem Jahr feiern Brose mit dem Gebäude 25 und "Leise am Markt" ihre Premiere bei der Nacht der Kontraste. Dort, im Stammhaus des Unternehmens Leise, haben die Geschäftsführer Andreas und Thomas einen vielseitig nutzbaren Veranstaltungsraum eingerichtet. "Wir wollen das Haus gern auch außerhalb unserer Veranstaltungen öffnen", sagt Andreas Engel. Doch bislang habe sich die "Nacht der Kontraste" als einzig passende Veranstaltung erwiesen. "Es passt gut, weil es ein gelungenes und hochwertiges Gesamtkonzept ist."
Auch das Brose-Gebäude 25 öffnet an diesem Abend seine Türen. Hier ist der Geschäftsbereich Sitzsysteme angesiedelt. "Durch die Transparenz und die formal ansprechende Struktur betont die Architektur das Selbstverständnis unseres Familienunternehmens", erklärt Firmensprecherin Katja Herrmann. Die großen Fenster und die silberfarbene Fassade "zeugen sowohl von Offenheit und Kommunikation als auch von Freude an Technik und Qualität". Brose beteilige sich an der Nacht der Kontraste, weil sie das kulturelle Leben in Coburg bereichere.


Von Klassik bis Jazz

Das Unternehmen schenkt überdies jedem neuen Mitarbeiter zwei Eintrittsbändchen. Das Foyer des Gebäudes 25 dient an diesem Abend als Konzertsaal: Dort treten die aus Gemünda stammende Pianistin Nina Scheidmantel und das Schweizer Duo Mozart Heroes auf. Musik war in den ersten Jahren noch klein geschrieben. Das hat sich geändert, und Martin Rohm ist hörbar stolz darauf, wen er in diesem Jahr alles für Coburg verpflichten konnte. Da sind lokale Größen dabei wie der junge (und preisgekrönte) Akkordeonist Henrik Letzer und der Konzertmeister des Landestheater, Daxi Pan zusammen mit Frithjof Greiner. Letzer wird im Puppenmuseum zu hören sein, Daxi Pan in der Landesbibliothek. Der Holstuonarmusigbigbandclub, kurz HBSC, hatte mit "Vo Mello bis ge Schoppornou" einen europaweiten Radiohit. Was die fünf Vorarlberger sonst noch drauf haben, zeigen sie im Burghof der Veste.
Weitere Künstler, die schon überregional große Beachtung gefunden haben, sind der Stuttgarter Gitarrist Gismo Graf (Gypsy Jazz, Hexenturm) und die Sängerin Filippa Gojo (Kunstverein).
Während Rohm einerseits noch an den Details für die Museumsnacht 2016 feilt, hat er sich schon die ersten Künstler für 2017 gesichert. Denn dass es mit der "Nacht der Kontraste" weitergeht, steht außer Frage. Im nächsten Jahr wird sie thematisch an die Landesausstellung "Ritter, Bayern, Lutheraner" angelehnt sein, wenngleich Rohm in bewährter Weise ein eigenes Motto sucht. In diesem Jahr lautet es "Fremd und vertraut".

Vorbereiten auf die "Nacht der Kontraste"

Vorverkauf Bändchen zum Vorverkaufspreis von sechs Euro sind bereits jetzt zu haben; unter anderem in der Geschäftsstelle des Tageblatts in der Hindenburgstraße 3a.

Programm Es wird ein 48-seitiges Programmheft erscheinen mit praktischen Hinweisen. Alle Informationen zum Programm, den Schauplätzen und den beteiligten Künstlern gibt es außerdem im Internet unter www.museumsnacht-coburg.de. Ab Herbst sollen dort schon erste Vorschauen auf die "Nacht der Kontraste 2017" zu finden sein.