Einige hundert Menschen hatten am Samstag an verschiedenen Veranstaltungen in der Coburger Innenstadt teil und protestierten damit gegen den Aufzug der jungen Neonazis. Die Polizei schätzte die Zahl der aufmarschierten Neonazis auf knapp 100. Um friedlich gegen den rechten Aufzug zu demonstrieren, nahmen hunderte Bürger sowie Vertreter der Stadt Coburg mit Oberbürgermeister Norbert Kastner und Bürgermeister Norbert Tessmer (beide SPD) an einem Bürgerfest mit Musik, Infoständen und Bewirtung unter der Überschrift "Coburg ist bunt" teil. Auch die Partei Die Linke veranstaltete eine Demonstration.

Mehrfach Sitzblockaden


Gegendemonstranten, nach Darstellung der Polizei überwiegend aus dem linksautonomen Spektrum und der Punkerszene, führten mehrfach Sitzblockaden durch und behinderten damit den Aufzug der Neonazis. Um das Grundrecht der Versammlungsfreiheit zu gewährleisten, sperrte die Polizei einen Korridor. Hierbei kamen auch Kräfte der Bundespolizei zum Einsatz.

Die Coburger Polizei hatte nach eigenen Angaben "alle Hände voll zu tun, um die verfassungsmäßig garantierte Versammlungsfreiheit zu gewährleisten."

Fünf Ermittlungsverfahren


Bei den fünf eingeleiteten Ermittlungsverfahren handelte es sich um Anzeigen wegen Verstößen gegen das Bayerische Versammlungsgesetz, Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand. Weitere Strafverfahren werden gegen die Personen eingeleitet, die sich auf den Straßen niedergelassen haben, um den genehmigten Demonstrationszug zu blockieren. Ein Gegendemonstrant verletzte einen Polizeibeamten leicht. Er wurde festgenommen.