Die Präventionsarbeit des gemeinnützigen Beschäftigungspakts im Gesundheitsbereich wird mit großer Intensität betrieben und gilt bundesweit vorbildlich. Knapp 400 Teilnehmer haben sich seit Beginn des vergangenen Jahres an gesundheitsfördernden Kursen zu Themen wie progressive Muskelentspannung, Wirbelsäulengymnastik, Ernährungsberatung oder auch am Programm "JobFit - Das stresst mich nicht mehr" beteiligt.

Stärken stehen im Vordergrund

Mit dem innovativen "50plus-Gesundheitsassessment" ist es der Initiative in Kooperation mit der Schön Klinik (Bad Staffelstein) nun zusätzlich gelungen, die physische und psychische Leistungsfähigkeit von Teilnehmern herauszukristallisieren. Dieser Ansatz im Bereich der Gesundheits-Begutachtung ist neu, weil er nicht vornehmlich die Schwächen der Teilnehmenden, sondern deren Stärken und Ressourcen in den Vordergrund stellt. Daneben werden auch in Fällen gesundheitlicher Einschränkungen konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen. So erhalten die Teilnehmenden eine Perspektive, welche beruflichen Wege noch möglich sind und in welchen Bereichen Unterstützungsbedarf vorhanden ist.

Angesichts älter werdender Belegschaften und allgemeiner Verlängerung der Lebensarbeitszeit seien "Gesundheitsförderung" und "Einsatzoptimierung nach körperlichem Leistungsvermögen" für Beschäftigte ebenso wichtig wie für Arbeitssuchende, betont Sabine Braunersreuther, 50plus Projekt-Gesamtkoordinatorin und Geschäftsführerin in Coburg. "Zwar sehen wir uns nicht in einer Vorreiterrolle für Arbeitgeber, jedoch stellen wir unsere Erfahrungen gerne zur Verfügung."

Die Regionalberaterin des Bundesprogramms Perspektive 50plus, Maren Lehne von der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung in Berlin (GSUB), besuchte kürzlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Regionalpakts. Sie informierte sich in den 50plus-Geschäftsstellen von Coburg, Lichtenfels und Hof über die Umsetzung der Integrationsarbeit und über die aktuellen Projektansätze. "Ich bin von der Methode und Vorgehensweise des Gesundheitsassessments begeistert, weil die Stärken und Ressourcen der Teilnehmenden in den Vordergrund gestellt werden und sie konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand bekommen. Damit ist der Blick nach vorn gerichtet und eröffnet berufliche Perspektiven, die meist im Bereich der klassischen Gesundheitsbegutachtung fehlt", kommentierte Maren Lehne ihre Eindrücke. Im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Jena wurden die erzielten Erfolge evaluiert. Zusätzlich arbeitet Monika Schnabel, Studierende des Studiengangs "Integrative Gesundheitsförderung" der Hochschule Coburg, seit einigen Wochen mit 50plus-Teilnehmern intensiv daran, deren gesundheitlichen Potenziale wieder zu erkennen und zu stärken. ct