Nachdem am Mittwoch der Bau- und Umweltsenat über die Sanierung der Lauterbrücke in der Rodacher Straße und das geplante gemeinsame Vorgehen mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach informiert worden war, hat Gerhard Knoch, Chef des Coburger Entsorgungs- und Baubetriebs, das Vorhaben dem zuständigen Finanzsenat vorgestellt. Das Gremium schloss sich der Auffassung an, die ohnehin nötige Sanierung der Straßenbrücke gleich nach den Maßgaben des Hochwasserschutzes ausführen zu lassen. Wie berichtet, beteiligt sich das Wasserwirtschaftsamt und somit der Freistaat Bayern an den Mehrkosten.

Würde die Brücke, die täglich etwa 10.000 Fahrzeuge passieren, in der gleichen Dimension erneuert, wären rund 750.000 Euro nötig. Mit einer Mauer unter der Brücke, einem sogenannten Überfallwehr zum Aufteilen des Wassers in die Lauter und in einen Flutgraben sowie einem größeren Brückenquerschnitt erhöhte sich die Bausumme auf etwa eine Million Euro. Von den Mehrkosten würde die Stadt 35 Prozent, das Wasserwirtschaftsamt 65 Prozent übernehmen. Der Finanzsenat befürwortete das Vorgehen.


Liste der Schäden ist lang

Die Schäden an der Brücke sind beträchtlich: Mauersteine sind gebrochen, es gibt umfangreiche Ausspülungen, abgesackte und herausgebrochene Sandsteine im Gewölbe, Fugen fehlen oder bröckeln, Bewehrungsstähle liegen frei und rosten. Schließlich ist noch ein Pfeilerschutz abgesackt. Bei einer Brückenprüfung im September vor zwei Jahren attestierten die Ingenieure der Brücke die Note 3,5. Das ist bei Bauten kein Mittelmaß, sondern ein "ungenügender Zustand, die Standsicherheit ist erheblich beeinträchtigt", erklärte Gerhard Knoch. Die schlechteste Note ist hier die "Vier". Noch weiter mit der Sanierung zu warten, bis vielleicht in zehn Jahren das Wasserwirtschaftsamt zwischen Oberlauter und Neuses eine Hochwasserfreilegung beginnt, ist nicht möglich.


In welchen Fällen die Mitglieder des Finanzsenats generös sind

Wenn es nichts kostet, sind die sonst auf eiserne Haushaltsdisziplin und Sparsamkeit bedachten Mitglieder des Finanzsenates gern generös. Die Stadt Coburg wird Mitglied im Netzwerk "Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen". Dieses Netzwerk ist an NAKOS angeschlossen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die "Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen". Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Qualität der Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen voranzubringen.

Peter Schubert, Leiter des Coburger Sozialamtes, erläuterte am Donnerstag in der Sitzung des Finanzsenates die Vorteile: Die Mitgliedschaft in dieser Arbeitsgemeinschaft ist kostenlos und kann jederzeit beendet werden. Das Netzwerk erlaubt die Verwendung des Logos bei Veranstaltungen. Im internen Bereich kann auf Materialien und Handlungshilfen zugegriffen werden. Der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung der Mitglieder untereinander werden gefördert. Die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen einschließlich der Übernahme der Fahrtkosten ist für Mitglieder kostenlos.

Um die Kooperation zwischen Selbsthilfegruppen, der Kontaktstelle Selbsthilfe und dem Klinikum Coburg zu fördern und um mehr Selbsthilfefreundlichkeit im Klinikum zu verwirklichen, hat die Kontaktstelle die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten verstärkt. So findet am 25. November ein Fachtag über "Mehr Selbsthilfefreundlichkeit im Klinikum" statt.

Der Finanzsenat folgte dem Vorschlag der Verwaltung, die die Mitgliedschaft in dem Netzwerk befürwortet. "Sollte die Mitgliedschaft künftig Kosten verursachen, ist die Mitgliedschaft im Netzwerk wieder zu kündigen", so der Beschluss. Und wenn die Vorteile überwögen, könne die Stadt auch bei geringen Kosten in dem Netzwerk verbleiben.