Die Feuerwehr wird im kommenden Jahr ihr neues Einsatzfahrzeug auch in eine neue Halle fahren können. Nach dem Okay der städtischen Gremien hat die Hochbauabteilung im Rathaus jetzt die Pläne fertiggestellt. Wie Stadtbaumeister Richard Peschel erklärt, war dabei von Anfang an eine Sache klar: "Ein neues Fahrzeug im Altbestand unterzubringen, war nicht zu machen. Also wird das Gerätehaus nun mit einer Fahrzeughalle erweitert und die bestehenden Räume umgestaltet. Kosten: rund 300 000 Euro.


Dass die Haarbrücker in der Prioritätenliste für Gerätehausneubauten im Stadtgebiet ganz vorne stehen, hat feuerwehrfachliche Gründe: Ihr Einsatzfahrzeug muss bis spätestens 2017 ausgetauscht werden, weil es veraltet ist und auch keine Ersatzteile mehr zu bekommen sind. Zudem würde das neue Fahrzeug gar nicht mehr in die alte Garage passen. Deshalb wissen das städtische Bauamt sowie die am Bau beteiligten Firmen, dass sie sich lange Verzögerungen nicht erlauben können. "Bis Oktober 2017 müssen wir fertig sein", gibt Richard Peschel den Zeitplan vor.


28 000 Euro - mehr gibt es nicht

Wenn die neue Fahrzeughalle gebaut wird - sie kommt in etwa genau an die Stelle, wo derzeit die Altglascontainer stehen -, bedeutet dies auch das Ende für eine Art Wahrzeichen von Haarbrücken: Der alte Schlauchtrockenturm wird nicht mehr benötigt und deshalb abgerissen. Probleme für die Feuerwehr entstehen daraus nicht, weiß Richard Peschel: "Die Schläuche der Feuerwehren werden nach Einsätzen inzwischen zentral im Gerätehaus an der Mühlenstraße gereinigt und getrocknet."


Mit dem Erweiterungsbau kommt auf die Haarbrücker Feuerwehr ein Berg an Arbeit zu. Birgit Schubart, die in der Hochbauabteilung im Rathaus das Bauprojekt verantwortlich begleitet, erklärt: "15 Prozent der Baukosten werden bei uns traditionell durch Eigenleistung der Feuerwehren abgedeckt." Im Falle von Haarbrücken übernimmt der Bautrupp der Feuerwehr Teile beim Innenausbau, Maurertätigkeiten sowie - dank fachkundiger Mitglieder - Arbeiten im Bereich der Elektroinstallation. Nahezu alles im Bereich des Altbestandes.


Die Haarbrücker werden für ihr Engagement auch belohnt: Umkleiden, Toiletten, Duschen, eine kleine Werkstatt - alles wird neu im Gerätehaus. Nahezu unverändert bleiben werden dagegen das Dach und die Fassade beim "Altbau", mit dessen Zustand Stadtbaumeister Peschel noch ziemlich zufrieden ist: "Das Gebäude ist gut in Schuss."


Baubeginn wohl im Frühjahr

Finanziell muss die Stadt den Gerätehausbau nahezu alleine stemmen. Einen Fixbetrag von 28 000 Euro dürfte es über die Regierung von Oberfranken geben - wenn diese sich mit den Plänen für den Umbau einverstanden zeigt. Derzeit liegen die Unterlagen bei der Regierung in Bayreuth, wobei die Stadt Neustadt schon das Signal bekommen hat, dass es keine große Probleme mit der Genehmigung geben dürfte. Kommen die Unterlagen entsprechend flott zurück, geht Birgit Schubart davon aus, dass die Bauarbeiten am Gerätehaus im Frühjahr beginnen können.


Gerätehäuser in Neustadt: Was kommt dann?



Wildenheid Natürlich ist auch bei der Neustadter Stadtverwaltung der Wunsch der Wildenheider Feuerwehr nach besseren räumlichen Bedingungen angekommen. Allerdings verweist Stadtbaumeister Richard Peschel in diesem Fall auf die städtische Prioritätenliste für die Anschaffung neuer Einsatzfahrzeuge - und da sei eben Haarbrücken vor Wildenheid gestanden. "Aber sie sind aus Sicht des Bauamtes die nächste Feuerwehr, die an der Reihe ist", versicherte Peschel auf Tageblatt-Nachfrage, ohne sich jedoch auf einen Termin für den Baubeginn festlegen zu wollen. Wie gebaut werden soll, lässt Richard Peschel hingegen schon durchblicken: Der Leiter des städtischen Bauamtes kann es sich kaum vorstellen, dass ein neues Feuerwehrfahrzeug "bei den derzeitigen baulichen Gegebenheiten" den DIN-Vorschriften entsprechend ins bestehende Gerätehaus integriert werden kann. Im Klartext: Die Feuerwehr wird wohl ein neues Gerätehaus bekommen. Ob es dann ein Neubau wird oder die Feuerwehr in ein bestehendes Gebäude umzieht, ließ Richard Peschel offen.