Drei Tage nach der Vergewaltigung einer 22-jährigen Coburgerin scheint der brutale Vorfall aufgeklärt. Nach umfangreichen Ermittlungen ist es den Beamten der Kriminalpolizei Coburg am Dienstag gelungen, einen Mann festzunehmen, der im dringenden Tatverdacht steht. Diesen Fahndungserfolg meldeten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Coburg am frühen Abend in einer gemeinsamen Presseerklärung.


Gefühl der Sicherheit

Zur Identität des Festgenommenen wollten vorerst weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft nähere Angaben machen. Auf Nachfrage unserer Zeitung betonte Leitender Oberstaatsanwalt Anton Lohneis allerdings, er sei überzeugt, dass "der Richtige" verhaftet worden sei. Lohneis hofft zudem, dass die Meldung von der raschen Festnahme in Coburg nun auch wieder ein Gefühl der Sicherheit vermittle. Die Vergewaltigung, die sich wenige Meter entfernt von der Stadtautobahn ereignete, hatte in der Vestestadt für eine riesige Welle der Bestürzung gesorgt und auch sofort eine Diskussion über die nächtliche Sicherheit ausgelöst.

Die 22-jährige Coburgerin war am Samstagmorgen, kurz nach 4 Uhr, auf dem Nachhauseweg von der Innenstadt gewesen. Im Bereich der Judenberg-Unterführung hatte der unbekannte Mann die junge Frau zunächst in eindeutig sexueller Absicht bedrängt. Obwohl sie sich losreißen und in einen Hauseingang eines Anwesens im Neuen Weg (Stadtautobahn) flüchten konnte, gelang es dem Mann, die junge Frau einzuholen und zu vergewaltigen. Sie erlitt durch die Tat erhebliche Verletzungen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Inzwischen konnte die 22-Jährige das Klinikum wieder verlassen.

Die sofort eingeleitete Fahndung der Polizei mit zahlreichen Einsatzkräften und mehreren Suchhunden sei zunächst ohne konkretes Ergebnis verlaufen, heißt es in der gestern veröffentlichten Presseerklärung. Noch in den Morgenstunden des Samstags nahmen Kripo und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf. Auch die Bevölkerung wurde um Mithilfe bei der Fahndung nach dem Täter gebeten.


Fluchtweg rekonstruiert

Ein wichtiger Punkt, von dem sich die Ermittler hilfreiche Hinweise aus der Bevölkerung erhofften, war dabei der Fluchtweg des Vergewaltigers. Diesen hatten die Beamten mit Hilfe der Suchhunde ein gutes Stück weit rekonstruieren können. Demnach war der Mann nach seiner Tat zunächst vom Neuen Weg in Richtung Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) geflüchtet, anschließend weiter vorbei am Parkhaus Zinkenwehr zum Großparkplatz Ketschenanger. Wenige Meter hatte sich die Spur des Täters dann verloren.


Am Mittwoch zum Ermittlungsrichter

Die akribische Arbeit der Beamten der eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe "Anger" habe sich nun bezahlt gemacht, schreiben Polizei und Staatsanwaltschaft in ihrer Erklärung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft werde der Mann am Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Die Ermittlungen und insbesondere die Spurenauswertung laufen auch nach der Festnahme weiterhin "auf Hochtouren", wie es heißt. Bis zum Ende der Woche wollen die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Coburg weitere Ergebnisse bekannt geben.