Während sich die Restaurierung der über 400 Jahre alten "Eselsbrücke" im Gemeindeteil Meschenbach dem Ende nähert, erinnert die Gemeinde mit einer Ausstellung im Rathaus an die eher ungute Überraschung, die vor gut einem Jahr bei den Bauarbeiten zum Vorschein kam.

Im Flussbett fanden sich knapp 700 Kilogramm Munition, teilweise als tickende Zeitbombe. Nicht nur die historische Brücke war gefährdet. Den Verantwortlichen wurde ganz elend zumute, wenn sie an die vielen Kinder dachten, die in den vergangenen Jahrzehnten das Wasser unter dem Bauwerk als abenteuerlichen Spielplatz nutzten.


Räumungsfirma wird zu Hilfe gerufen

Als am Beginn der Bauarbeiten für die Brücke, Mitte August 2014, die ersten Patronen und Granaten zu Tage kamen, wurde sofort die Räumungsfirma H.S.P. Sprengtechnik aus Ichenhofen zu Hilfe gerufen. Die Feuerwehren der Gemeinde und die BRK-Gruppe Itzgrund sowie die Polizeiinspektion Coburg und das Straßenbauamt Kronach unterstützten die Spezialisten bei der Arbeit. Straßen mussten gesperrt werden. Teilweise unter gefährlichen Bedingungen wurde gebaggert und gegraben, bis endlich nach knapp vier Wochen Entwarnung gegeben werden konnte. Von all den Umständen der Ereignisse erzählt die Ausstellung im Rathaus "Fundstücke Eselsbrücke" und gibt interessante Hintergrundinformationen zu den Exponaten.

Die Besucher werden erstaunt sein, was in diesen aufregenden Wochen im August und September 2014 alles unter der Brücke entdeckt worden ist: Werfergranaten, Granaten als Blindgänger, Panzerfaust-Munition, ein Panzerfaustrohr, Granatenhülsen, Gewehrmunition, Gewehrläufe und andere Waffenteile. Eine besondere Schwierigkeit bei den Räumungsarbeiten, so Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) bei der Ausstellungseröffnung, seien Phosphorgranaten gewesen, die sich bei Berührung mit Sauerstoff selbst entzündeten.


Aber auch weniger Kriegerisches

Aber auch nicht so kriegerische Dinge wurden ans Tageslicht befördert. So entdeckte man Teller mit Zwiebelmuster, wie Flaschen (eine mit der Aufschrift "Herzogliche Hof-Apotheke"), einen Messingkamm, einen Rasier-Apparat, Tontintenfässer, eine Spielzeug-Lokomotive und sogar ein Gebiss. Aber auch Handschuhe, Stiefelschäfte und Schuhe hatten in der Erde an der Brücke dem Zahn der Zeit getrotzt. Auf Karten werden die Gegenstände erläutert. Fotos aus diesen Wochen ergänzen den Gesamteindruck der Geschehnisse.
Gabriele Kolb, die Sekretärin des Bürgermeisters, hat ein Buch zusammengestellt, das gebunden zur Ausstellung vorliegt.

Ausstellung
Die Ausstellung "Fundstücke Eselsbrücke" kann während der Öffnungszeiten des Rathauses bis Freitag, 27. November, besucht werden.