Um 19 Uhr wird heute Abend das mit Spannung erwartete Derby in der 1. Handball-Bundesliga angepfiffen. Das Tageblatt hat sich vor diesem Prestigeduell mit dem ehemaligen Torhüter des HSC 2000 Coburg, Rene Selke, unterhalten.
Selke spielte in den ersten vier Zweitligajahren des HSC 2000 von 2007 bis 2011 für Coburg im Tor und absolvierte 120 Spiele. Nach dem Abstieg der Coburger wegen der Gründung der eingleisigen 2. Liga ging Selke zum HC Erlangen. Mit denen stieg er 2014 in die 1. Liga auf und ist jetzt dort Geschäftsführer des Vereins.


Hallo Herr Selke, unter welchen Gesichtspunkten sehen Sie das Derby gegen ihren Ex-Klub?
René Selke: In der Vorweihnachtszeit ist eh schon sehr viel zu tun. Durch diese Derby-Woche kommt noch etwas oben drauf. Es ist ein Duell, das die Spannung in der Region anheizt. Ein stimmungsvolles Erlebnis vor mindestens 7500 Zuschauern. Ein Event, bei dem die Arena in Nürnberg, die bei 8.308 Besuchern ihr Maximum erreicht, nahezu aus allen Nähten platzt.

Ist es für Sie ein besonderes Spiel? Viele sprechen ja inzwischen sogar vom Handball-Clásico?
Es ist in erster Linie ein Vier-Punkte-Spiel für beide Mannschaften, bei dem man davon ausgehen muss, dass es spannend zugeht. Es zeigt aber auch die Attraktivität des fränkischen Handballs durch diesen enormen Zuspruch.

Sehen Sie Ihre Mannschaft derzeit im Soll?
Sportlich absolut - wir wollten zum Ende der Hinrunde 14 Punkte haben. Wenn wir am Wochenende gewinnen, sind wir bei derzeit zwölf Punkten dann im Soll und sportlich gesehen stehen wir da, wo wir stehen wollten. Man muss in dieser Liga dieses Jahr aufpassen, denn keine Mannschaft ist abgeschlagen und man kann schnell in einen negativen Strudel hineingeraten. Ich rechne damit, dass man diese Saison mindestens 20 Punkte braucht, um in der Liga zu bleiben.
Es zeigt sich immer wieder, dass auch die Teams aus dem hinteren Bereich die Favoriten ärgern und die Mannschaften im Mittelfeld schlagen können.

Erinnern Sie sich noch an ein besonderes Erlebnis, als Sie während der vier Jahre beim HSC 2000 Coburg im Tor standen?
Das war ebenfalls ein Derby - beim ThSV Eisenach, als wir kurz vor Ende mit einem Tor führten und ich angeblich den Ball küsste. Dabei habe ich ihn nicht geküsst, sondern eher darauf gebissen. Allerdings haben die Schiedsrichter dann aufgrund dieser nur zweisekündigen Verzögerung sofort Zeitspiel angezeigt und wir in den letzten eineinhalb Minuten diese Partie noch verloren. Da hätte ich mir von den Unparteiischen mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Aber erinnern kann ich mich daran noch sehr gut.