Vor 30 Jahren sei sie noch die einzige Jägerin unter 50 Männern gewesen. Doch die Jagd liege im Trend, sagt die Kassiererin des Landesjagdverbandes Bayern - Kreisgruppe Coburg, Christa Schefczik, auch bei Frauen. Sie sieht das als gutes Zeichen an und stellt sich als Vertreterin der Jägerinnen neben den von Ramona Herold geschossenen Zwölfender. Und der Vorsitzende der Kreisgruppe, Paul Schefczik, wies in seiner Rede darauf hin, dass der Frauenanteil bei den Jägern bei über 20 Prozent liege. "Ende der 80er Jahre war es nur ein Prozent. Frauen kommen oftmals zur Jagd, weil sie einen Hund führen und sich dann für das Thema Jagd interessieren", erklärte der Vorsitzende. Am 10. Juni werde ab 14 Uhr in den Seminarräumen der Jagdschule in Schloss Tambach eine Infoveranstaltung für Interessierte durchgeführt. Dort könne man auf dem eigenen Tontaubenstand unter anderem versuchen, die fliegenden Tontauben zu treffen. Der nächste Kurs beginne dann am 29. September. Darüber hinaus verfüge die Kreisgruppe Coburg über eine Laserschießanlage, eine große Wildtierpräparatesammlung und eine eigene Radiocäsium-Messstation in Schafhof.


Die Bläser gehören dazu

Des Weiteren warb Schefczik um Interessenten für die Jagdhornbläsergruppen. Dabei sei nicht entscheidend, ein derartiges Musikinstrument schon einmal in der Hand gehalten zu haben. Interessenten sollten sich einfach bei Paul Schefczik melden. Die Jagdhornbläser ließen bei der Hege- und Naturschutzschau auch gleich ihre Jagdhörner erklingen und verbliesen respektvoll die geschossenen Wildtiere. Klar wies der Vorsitzende darauf hin: "Wir wollen die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, dass unser heimisches Wild eine hervorragende Ernährungsqualität besitzt und Wildprodukte am besten frisch beim heimischen Jäger erworben werden." Mehr bio als das heimische Wildfleisch gebe es nicht, betonte er.

Der Kreisjagdberater der Stadt und des Landkreises Coburg, Alex Krüger, stellte klar: "Unsere Hege umfasst den Schutz und die Erhaltung des Wildes, des Waldes und den Artenschutz. Jagd ist Dienst am Volke, das wird zu wenig gewürdigt und manche haben sich darüber keine Gedanken gemacht." Müssten die Schalenwildbestände von staatlicher Seite aus reguliert werden, müsste der Staat hierfür viele Millionen Euro ausgeben. MdB Hans Michelbach und MdL Jürgen W. Heike (beide CSU) sagten den Jägern ihre Unterstützung zu.


Seit vielen Jahrzehnten treue Mitglieder

Ehrungen waren ein wichtiger Programmteil. Werner Fischer und Peter Wittig wurden für ihre 65-jährige Treue zum Jagdverein ausgezeichnet. Seit 60 Jahren üben Helmut Dehler, Horst Henkel und Heini Turek das Waidhandwerk aus. 50 Jahre gehören dem Verein Stephan Flohrschütz, Peter Kalbass und Gerhard Schulz an. Seit 40 Jahren halten ihrem Verein Armin Dorschner, Norbert Friedrich, Erich Nagel und Harald Schamberger die Treue. Und seit 25 Jahren sind Christian Böckler, Axel Faber, Jürgen Fugmann, Winfried Hofmann, Jürgen Kolb, Peter Korn und Bernhard Wachter dabei.

Von der Jagdhornbläsergruppe wurden für ihre Treue mit der Bläser-Treuenadel in Bronze Kerstin Dorschner, Kerstin Wank und Siegfried Wank ausgezeichnet.