Eine Dreifach-Sporthalle mit vielen Extras: Einen Gymnastikraum für die Vereine, die gesamte Halle so ausgebaut, dass sie dem Veranstaltungsgesetz genügt, mit begrüntem Dach und Photovoltaikanlage obendrauf. Rund zehn Millionen Euro würde das kosten, und egal, welche Schätzmethode Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann anwandte - es wurde nicht weniger. Im günstigsten Fall standen 9,6 Millionen unterm Strich. Vorgesehen sind aber in der Finanzplanung aber nur 6,5 Millionen Euro.

Eine reine Schulsporthalle ohne Passivhausstandard käme damit aus, wie Pfuhlmann aufzeigte. Der Vorschlag an den Stadtrat lautete deshalb: Auf zusätzliche Flächen für den Vereinssport, auf das grüne Dach, die Photovoltaikanlage und die Ausstattung als Veranstaltungshalle verzichten.

Leicht fiel das einigen Stadträten nicht. Hans Michelbach (CSU), seines Zeichens auch Präsident der Coburger Turnerschaft, kämpfte für den Gymnastikraum. "Der wird auch schulisch gebraucht, da muss es Zuschüsse geben." Und überhaupt: Hätte Pfuhlmann seiner Kostenschätzung nicht etwas niedrigere Richtwerte zugrunde legen können? "Dann höre ich in zwei Jahren, ,was habt ihr da geschätzt?‘", erwiderte Pfuhlmann. Zweite Bürgermeisterin und Baureferentin Birgit Weber suchte ihren Parteikollegen zu beruhigen: Für die Sportvereine werde eine Lösung gefunden, daran arbeite sie zusammen mit dem Sportverband und dem städtischen Sportamt. "Die Vereine werden nicht leiden", versprach auch Jürgen Heeb (Pro Coburg), Vorsitzender des Sportverbands.

"Das Verfahren zeigt beispielhaft, wie man bisher mit Begehrlichkeiten umgegangen ist", seufzte Bettina Lesch-Lasaridis (SPD). "Warum sagen wir jetzt nicht: Das Ding darf sieben Millionen kosten, und was reinkommt, entscheidet ihr?", fragte sie in Richtung Hochbauamtsleiter Pfuhlmann.

Offen ist noch, ob die neue Halle die Vorgaben eines Passivhauses erfüllen muss. 2009 hatte der Stadtrat beschlossen, dass bei Neubauten Passivhausstandard einzuhalten sei, wenn das den Bau nicht mehr als zehn Prozent verteure. Diese Regel besteht noch, obwohl inzwischen eine neue Energieeinsparungsverordnung (Enev) gilt. Pfuhlmann hatte die Mehrkosten für den Passivhausstandard mit 650 000 Euro veranschlagt.
Zu Buche schlagen außerdem Mehrkosten bei der Gründung der Halle, weil sie im Schwemmgebiet der Itz liegt (350 000 Euro), 100 000 Euro für die Sanierung von Umkleideräumen bei der Turnerschaft (die Stadt kann sich damit den Bau zusätzlicher Umkleiden fürs Freigelände sparen) und eine allgemeine Baukostensteigerung bis zur Fertigstellung von 450 000 Euro. Alles eingerechnet, dürfte die neue Dreifachhalle rund acht Millionen Euro kosten.