Traurige Nachricht vom Schlot neben dem "Bräustübla": Dort musste das Storchenpaar ein totes Küken aus dem Horst entfernen. Hans-Peter Schönecker, der Storchenbeauftragte der Coburger Kreisgruppe im Landesbund für Vogelschutz, hielt das ungewöhnliche Schauspiel mit der Kamera fest, konnte aber gleich Entwarnung geben: "Das ist kein ungewöhnliches Verhalten." Drei weitere Jungvögel befinden noch im Horst und scheinen sich bester Gesundheit zu erfreuen.

Vermutlich ist das tote Tier der jüngste Vogel der Meschenbacher Brut. Da Störche gerade in ihren ersten Lebenstagen eine enorme Entwicklung durchmachen, dürfte der Jung-Vogel bei der Nahrungsaufnahme im Gerangel mit seinen älteren Geschwistern schlicht zu kurz gekommen und verhungert sein. Das Wetter kann jedenfalls kein Grund gewesen sein, denn in den vergangenen Tagen gab weder groß Regen noch Kälte, was junge Vögel in ernsthafte Gefahr bringen könnte.

Dass der leblose kleine Vogel daraufhin von seiner Mutter (dass sie es war, konnte Schönecker am Markierungs-Ring des Altvogels erkennen) aus dem Horst entfernt wurde, ist eine wichtige Schutzmaßnahme für die verbliebenen drei weiteren Störche, erklärt Schönecker: "Ein verwesender Jungstorch bringt zu viele Gefahren." An erster Stelle stehen dabei Infektionen und Vergiftungen, die ein totes Tier auslösen kann.

Ein Quartett in Kaltenbrunn

Der tote Jungvogel ist aber die einzige schlechte Nachricht, die Hans-Peter Schönecker von seiner sonntäglichen Rundfahrt zu den Storchen-Horsten im Coburger Land mitgebracht hat. Besonders gut schaut es auf dem Schleichter-Schlot in Kaltenbrunn aus, wo nach Einschätzung von Vogelschützern ja schon seit Jahren das gleiche Paar brütet. Dies scheint ein Erfolgsrezept zu sein, denn mit dem großen Objektiv seiner Kamera entdeckte Hans-Peter Schönecker gleich vier - und dann auch noch gleich kräftige - junge Störche im Horst. Das ist mehr als der Durchschnitt und macht Hoffnung, dass 2015 ein gutes Storchen-Jahr im Coburger Land werden könnte.

Noch ein paar Fragezeichen stehen hinter der "Bewohner-Zahl" des heuer neu genutzten Rossacher Horstes. Das Verhalten des Storchenpaares lässt Schönecker darauf schließen, dass zumindest ein kleiner Vogel geschlüpft ist.