Sollte der Dorfteich in Rottenbach doch zugeschüttet werden? Die Gemeinderäte nahmen sich bei ihrer jüngsten Sitzung wieder mal dieses Themas an. Und es ging aus wie das Hornberger Schießen. Der Punkt wurde vertagt, nachdem Gemeinderätin Barbara Hölzel (CSU) nach langer, jedoch sachlicher Diskussion, kein Ende mehr absehen konnte. Viele Argumente gab es für den Erhalt und dann wieder dagegen, alles früher Gesagte wurde wieder "aufgewärmt". Bürgermeister Sebastian Straubel (CSU) unterbrach die Sitzung sogar und ging mit den Fraktionsvorsitzenden ins "stille Kämmerlein".

Dabei hatte eingangs der Sitzung Gemeinderat Martin Rebhan (SPD) diesen Tagesordnungspunkt gestrichen wissen wollen. Als Grund nannte er, dass sich die SPD-Fraktion nicht genügend informiert fühle. "Ich kann mir keine Meinung bilden", so Rebhan. Dass der Punkt heruntergenommen wird von der Tagesordnung, wollten nur fünf Gemeinderäte. Acht wollten darüber sprechen. Auf das Argument "zu wenig Information" hin kündigte der Bürgermeister an, ein Ratsinformationssystem einführen zu wollen. "Dann ändert sich sowas", meinte er. Nach weiterem Hin und Her (zuschütten, Güllebehälter einsetzen, nicht zuschütten) beschlossen die Gemeinderäte, diesen Tagesordnungspunkt bei der Augustsitzung wieder zu behandeln.


Knappe Abstimmung

Zur Vorgeschichte: Der Konflikt zwischen Rottenbacher Bürgern und dem Gemeinderat schwelt schon seit einiger Zeit. Im August letzten Jahres beschloss der Gemeinderat mit 7 zu 5 Stimmen, den Teich zu verfüllen. Die Mehrheit aus dem Lautertaler Ortsteil - es war kein Bürgerbegehren - stimmten in einer schriftlichen Befragung für den Erhalt des Teiches, wenn auch nur knapp. Seitdem hat sich nichts getan, was Martin Rebhan dazu veranlasste, dem Bürgermeister vorzuwerfen, er habe den Beschluss nicht vollzogen.

Da tauchte der Begriff "Brandschutz" auf und der Teich rückte als Wasserreservoir für die Feuerwehr in den Blickpunkt. Dies war für den Bürgermeister offenbar der Grund, die Ausführung des Beschlusses, also das Zuschütten, zu verzögern, um weitere Informationen von der Feuerwehr einzuholen. Kreisbrandrat Manfred Lorenz wurde zu einer Sitzung geladen. Seine klare Aussage war, dass der Teich mit seinen 20 Kubikmetern Inhalt keinesfalls als ausreichend angesehen werden könne, jedoch die bestehenden Einrichtungen die geforderten 192 Kubikmeter Löschwasser an zwei Tagen im Brandfall liefern können. "Der Teich spielt für den Brandschutz keine Rolle", hat Lorenz damals gesagt. Außerdem stünde die Wehr aus Eisfeld bereit.


Bei den anderen Tagesordnungpunkten ging es schneller

Mit den anderen Punkten verfuhren die Gemeinderäte schneller. Beschlossen wurde die Einrichtung einer Kindergartengruppe (Regelkinderbereich drei bis sechs Jahre) ab 2017/2018 im vorderen Bereich der Mittelschule. Die Verwaltung wurde beauftragt, die weiteren Schritte einzuleiten.

Einstimmigkeit herrschte auch bei der Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes, nachdem Horst Engelhardt von der Bauverwaltung die Einzelheiten erläutert hatte. Ulli Flurschütz stellte die in einer Projektgruppe erarbeiteten Vorschläge für die Neuausweisung der Rad- und Wanderwege in Lautertal vor. Eine Karte, Ausschilderungen und ehrenamtliche Wanderführer sind geplant. Die Verwaltung wird das Projekt umsetzen.


Etliche Informationen

Sebastian Straubel hatte noch einige Informationen. Er teilte mit, dass die Kanaldeckel für 28 000 Euro saniert würden, eine Baumkontrolle auf dem Friedhof erfolge und der Bestand der 5. Klasse Mittelschule Am Lauterberg gesichert sei, da alle Schüler aus Meeder künftig in Lautertal beschult würden. Weiter berichtete Straubel, dass eine erneute Initiative zum Lärmschutz entlang der A 73 keine Aussicht auf Erfolg habe, da die neuen Verkehrszahlen nicht vorlägen. Am 25. Juli werde ab 17 Uhr im Rathaus eine Informationsveranstaltung zum ÖPNV stattfinden.

Genehmigt wurde der Bau einer Biogasanlage als drittem Blockheizkraftwerk in Rottenbach durch den Energie-Betrieb Schneider.