Den Wunsch nach einem "angemessenen Kongresshotel" in Coburg gibt es nach wie vor, wie Stadtrat Hans-Heinrich Eidt am Mittwochabend beim politischen Aschermittwoch der FDP feststellte. Doch unabhängig von der Frage nach einem Investor sei ja auch der Standort immer wieder umstritten. Hans-Herbert Hartan (CSU) etwa hatte zuletzt etwa wieder eine Fläche entlang der Alexandrinenstraße im Rosengarten ins Gespräch gebracht. Doch auch Eidt präsentierte jetzt, wie er selbst sagte, "vielleicht gewagte Idee": Das Justizgebäude direkt gegenüber des Kongresshauses könnte zum Hotel umgebaut werden!

Nach Einschätzung mehrerer Coburger Architekten wäre dies "ohne zu großen Aufwand machbar", wie Eidt betonte. Und: Direkt vor dem Gebäude wäre auch noch eine Hotel-Tiefgarage denkbar.

Die Justiz wiederum, so Eidt, könnte in ein neues Gebäude - zum Beispiel auf der Bertelsdorfer Höhe - angesiedelt werden, wo es dann auch ausreichend Parkplätze für die Besucher geben würde. Eidt schränkte aber auch gleich selbst ein: "Ob allerdings der Freistaat Bayern diese Idee mit Begeisterung aufgreift, halte ich angesichts der Weigerung, auch nur einige Meter an der Ketschendorfer Straße für einen Bus-Halteplatz abzugeben, für wenig wahrscheinlich."

Schlossplatz: Machbarkeitsstudie

Ein weiteres Thema, das der FDP-Stadtrat ansprach, war der mögliche Bau einer Schlossplatz-Tiefgarage. In der Gemeinschaft Stadtbild Coburg, deren Vorsitzender Eidt auch ist, habe man eine Machbarkeitsstudie entwickelt: Sie solle aufzeigen, wie beim Bau einer Garage sogar der gesamte Schlossplatz noch optisch aufgewertet werden könnte. "Ich hoffe, dass es bald möglich sein wird, diese Machbarkeitsstudie öffentlich zur Diskussion zu stellen, was jedoch nicht ohne die Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister geschehen soll, der hier noch Abstimmungen durchführen will", kündigte Eidt an, fügte aber auch noch hinzu: "Oder fürchtet der OB den Gegenwind in seiner eigenen Fraktion, die die Tiefgarage als Luxusobjekt ablehnt?" Aber gerade deswegen sollte die Studie veröffentlicht werden, da sie "bestehende Bedenken beruhigen" und zur Versachlichung der Diskussion beitragen könnte.

BGS-Gelände für 1 Euro

Schließlich ging Eidt auch noch auf das seit Jahren brach liegende, ehemalige BGS-Gelände an. "Es wird höchste Zeit, dass der Bund sich über eine endgültige Verwendung des Geländes klar wird und der Stadt Coburg die Möglichkeit gibt, dieses Gelände weiterzuentwickeln", forderte er und schlug vor: "Angesichts der anstehenden finanziellen Probleme - verfallende Gebäude, Altlasten im Boden - wäre eine Veräußerung für den berühmten einen Euro sicher gerechtfertigt."