Für einige Minuten sah es so, als fiele das Sommerfest ins Wasser. Doch die Besucher mussten glücklicherweise nur kurz vor den Regengüssen Schutz unter den Zelten suchen, dann verzogen sich die Wolken, und die Sonne strahlte auf den Kreislehrgarten.

"Jahr für Jahr steigt die Zahl der Gäste ," sagte der Vorsitzende des Kreisverbands für Garten-und Landespflege, Landrat Michael Busch. Und das mit gutem Grund, denn das blühende Areal am Landratsamt ist ein Kleinod der besonderen Art und weit über die Grenzen hinaus einzigartig.

Auf einer relativ kleinen Fläche von 1000 Quadratmetern gedeihen 210 verschiedene Obstsorten, davon allein 20 Sorten Johannisbeeren und 20 Weinrebsorten.

Beim Sommerfest holen sich die Besucher fachkundige Tipps für den eigenen Garten. "Hier erfährt man, was man anbauen kann und was in unserer Region gut gedeiht," so der Landrat. Federführend ist Kreisfachberater Thomas Neder, unter dessen Regie der Obstgarten 2010 angelegt wurde.

Nicht nur Gartenfreunden geht bei einem Rundgang das Herz auf, zwischen den erntereifen, leuchtenden Beeren, den Trauben, den Äpfeln blühen und duften Rosensorten und Lavendel, Clematis ranken empor. Beim Sommerfest steht immer ein Rundgang unter Neders fachmännischer Führung auf dem Programm, dem sich viele Besucher anschlossen.

Der Fachmann erklärte, was sich für Obstanbau im kleinen Hausgarten eigne, als Spalierobst an Pfählen oder Zäunen oder Hochstämmchen. Auch eine große Palette Wildobst gedeiht am Landratsamt wie Apfelbeeren, Maibeeren oder Kornellkirschen, es wachsen Holunder oder Mispel.

Überhaupt seien die Beeren überaus gesund. "Ein Handvoll Beeren enthält mehr Vitamine als jede Vitamintablette", wusste Neder. Die Früchte der Wildrosen dienen übrigens seit altes her für den Wintervorrat und spielten in der Volksheilkunde eine Rolle.


Fachmännischer Rat

Neder weiß auch über Schädlings-und Pilzbefall Bescheid und klärte über Maßnahmendagegen auf. Karla und Gerd Mücke aus Rödental brachten beispielsweise ein Blatt vom Apfelbaum mit, um zu erfahren, welche Krankheit den Baum befallen habe. "Ich habe zwar im Internet nachgeschaut, was die Rostflecken bedeuten, aber hier erfahre ich es aus erster Hand."

Manch einer der Besucher wunderte sich über die Plastikflaschen mit Flüssigkeiten, die überall verteilt am Holzlattenzaun hängen. Landrat Busch klärte auf: Es handle um eine Studie der Gartenbaustudentin Stephanie Raab, die momentan praktische Versuche im Lehrgarten durchführt. "Sie schreibt ihre Bachelorarbeit zum Thema Kirschessigfliege."

Das Sommerfest stand wieder dem Motto "Garten, Kunst und Musik" und so waren zwischen den Pflanzen Skulpturen aus der Bildhauerwerkstatt von Gerhard Nerowski verteilt.

Einer, der immer mit von der Partie ist, ist Gerold Schlosser vom Landesverband für Vogelschutz. Schlosser zeigte, wie man mit einfachen Mitteln seinen Garten für Wildbienen gestaltet.

Mit dem Bläserquintett "Aurus Quintus" mit den Bamberger Symphonikern klang der Abend aus. In der Dämmerung leuchtete die blühende, duftende Obstoase im Fackelschein und manch ein Besucher genoss im besonderen Ambiente ein Gläschen Rotwein.