Vielleicht sollten Tatjana und Alexander Kremer Lotto spielen. Die Wahrscheinlichkeit auf Drillinge liegt bei 1 zu 7000. Ihren schönsten Gewinn hat das Paar aus Kronach aber schon. Am 14. April brachte Tatjana im Klinikum Coburg drei gesunde Babys zur Welt.
"Bis zur neunten Schwangerschaftswoche dachten wir, dass es Zwillinge werden", erinnert sich Tatjana Kremer mit einem Schmunzeln. Als auf dem Ultraschall plötzlich drei Punkte zu erkennen waren, sei die 34-Jährige positiv geschockt gewesen. Ehemann Alexander konnte es erst gar nicht glauben. "Ich habe ihm dreidimensionale Ultraschallbilder mitgebracht", sagt die frisch gebackene Mama. "Da musste er es glauben."


Geplanter Kaiserschnitt

Das Paar hatte sich Kinder gewünscht. "Dass es gleich drei auf einen Streich werden, das kann man weder planen noch rechnet man damit", sagt der stolze Vater. Seit Ende Januar war Tatjana Kremer schon im Krankenhaus, ehe das Mädchen und die beiden Jungs in der 32. Schwangerschaftswoche am 14. April per geplanten Kaiserschnitt auf die Welt geholt wurden, was bei Drillingen fast immer der Fall ist. "Bei drei Kindern wird alles genau überwacht", erklärt sie. Als erstes hat Anabel um 8 Uhr 44 das Licht der Welt erblickt. Mit 1770 Gramm war sie bei der Geburt nicht nur die erste, sondern auch die schwerste. Lange war sie mit ihren Eltern aber nicht alleine. Jeweils eine Minute später waren ihre Brüder, die eineiige Zwillinge sind, da. Alles wurde vorher genau geplant. Für jedes Baby stand eine eigene Krankenschwester bereit.


Eine ganz tolle Erfahrung

Auch für Ärzte und Schwestern ist eine Dreifachgeburt alles andere als alltäglich. "Das war die erste Geburt von Drillingen für mich und es war eine ganz tolle Erfahrung", sagt Kinderärztin Nina Behnke, die bei der kleinen Anabel die Erstversorgung durchgeführt hat. Krankenschwester Bettina, die schon lange auf der Frühchenstation im Klinikum arbeitet, sagt: "Wir hatten schon viele Jahre keine Drillingsgeburt mehr. Die letzte, an die ich mich erinnern kann, war 2006."
Nach einer Woche auf der Intensivstation konnten die drei neuen Erdenbürger schon in die Frühchenstation umziehen, wo sie bis Samstag zusammen in einem Zimmer geschlafen haben und ständig über einen Herzmonitor überwacht wurden. "Sie sind wirklich brav und schlafen sehr viel", sagt die Mutter. "Aber alle vier Stunden müssen sie gefüttert werden." Auch sie selbst hat die Geburt gut überstanden, schlief die letzten Wochen schon wieder zu Hause. "Nachts hatte ich oft das Bedürfnis, anzurufen und zu fragen, wie es ihnen geht", sagt Tatjana Kremer. "Aber die Schwestern hier haben sich so toll um meine Kinder gekümmert, als wären es ihre eigenen."
Jetzt sind Mutter und Vater aber froh, die Drillinge nach Hause holen zu können. Vor allem für Vater Alexander waren die letzten Wochen anstrengend. "Ich arbeite in drei Schichten", erklärt er. Nach der Arbeit bin ich immer zwischen unserem Haus und dem Krankenhaus gependelt." Auch Tatjana Kremer hat in Schichten gearbeitet, wird die nächsten drei Jahre aber zu Hause bleiben. "Danach schauen wir, ob ich vielleicht wieder arbeiten gehen kann." Einer Entlassung steht aus medizinischer Sicht nichts im Weg: Adrian hat seine große Schwester mittlerweile überholt und wiegt jetzt 2760 Gramm, Anabel bringt 2700 Gramm auf die Waage. Auch Nesthäkchen Florian hat sich gut entwickelt und wiegt schon 2510 Gramm.
Zu Hause werden die Geschwister vorerst in Anabels Zimmer ziehen. "Wir haben auch ein Zimmer für die Jungs", erklärt Tatjana Kremer. "Aber noch sind sie klein und für mich ist es einfacher, wenn sie alle im selben Zimmer sind."
Besonders freut sich Tatjana auf lange Spaziergänge mit ihrem Nachwuchs. Dafür hat sich das Paar einen Kinderwagen angeschafft, in dem drei Babys Platz haben. "Wir kaufen alles in Spezialausführung oder dreifach", sagt Alexander.


Voneinander lernen

Das Paar freut sich auf den Alltag mit den Drillingen und die neuen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. "Ein bisschen habe ich Angst davor, wenn alle drei laufen können", gibt Tatjana Kremer zu. "Aber weil sie gleich alt sind, können sie sich miteinander beschäftigen und voneinander lernen." Für sie und ihren Mann ist die Familienplanung jetzt abgeschlossen. Das Paar möchte sich ganz der Erziehung der Drillinge widmen. "Wir wollen, dass sie gut in der Schule werden und später gut bezahlte Jobs finden, die sie glücklich machen", wünscht sich Tatjana Kremer für ihre Sprösslinge.