Aglika Genova und Liuben Dimitrov zählen seit vielen Jahren zu den weltweit gefragtesten Klavierduos, das in kurzer Zeit vier internationale Wettbewerbe, darunter den angesehenen "ARD" München gewann. Die großen Erwartungen, die man an den Coburger Auftritt der Spitzenkünstler gehegt hatte, wurden dann auch in vollem Maße erfüllt.


Das interessant zusammengestellte Programm enthielt Werke von der Frühklassik über Romantik und Impressionismus bis zur klassischen Moderne. Es begann mit der musikantischen zweisätzigen Sonate F-Dur op. 18 Nr.6 von Johann Christian (dem "Londoner") Bach, die das Duo (stets mit Aglika Genova als Prima und Liuben Dimitrov als Secondo) stilsicher mit lockerem Anschlag, eleganter Geläufigkeit und abgestufter Dynamik frisch darbot.


Impressionistische Klanggemälde

Es folgten die impressionistischen Klanggemälde der "Six Epigraphes antiques" von Claude Debussy, in denen es den Anschlagskünstlern gelang, Atmosphäre zu schaffen, sei es in der zarten, pentatonischen Anrufung des Gottes Pan, dem nebelhaften, in Ganztonleiterklänge gehüllten Namenlosen Grab, den Ostinati der Nachtstimmung, die kapriziöse Schlangentänzerin, den orientalischen Hauch der Ägyterin und den leise rieselnden Regen stimmungsvoll aus den Tasten zu zaubern.


In seinen "Jeux d'enfants" op. 22 hat Georges Bizet zwölf ganz reizende Miniaturen geschaffen, die tonmalerisch Kinderspielzeug aller Art plastisch in Tönen schildern. Man könnte diese Stücke als Programmmusik bezeichnen.

Dabei sind sie in technischer und gestalterischer Hinsicht alles andere als kindlich, erklangen aber durch unser Duo eindrucksvoll und überlegen bei nahtlosem Zusammenspiel. Der sich schnell drehende Kreisel, das wilde Pferdekarussell, die duftigen Figuren der Seifenblasen und der abschließende Ball in gekonntem Staccato - um nur einige Sätze zu nennen - wurden fesselnd und unterhaltsam zugleich wiedergegeben.


Beseelte Interpretation

Empfindsame romantische Musik - mal dramatisch, mal lyrisch - von Robert Schumann erklang nach der Pause mit den 6 Impromtus "Bilder aus dem Osten" op. 66 in beseelter Interpretation, mit organischer Dynamik und großbögiger Gestaltung. Ein wirkungsvoller, frecher Rausschmeißer war abschließend die Ballettsuite "Souvenirs" op. 28 von Samuel Barber.


Leider keine Zugabe

Hier zeigt der Komponist des berühmten Adagios für Streicher, dass er auch anders kann und bringt in dieser Suite sechs abwechslungsreiche, harmonisch leicht geschärfte Tänze vom Walzer bis zum Galopp. Aglika Genova und Liuben Dimitrov machten aus den technisch höchst anspruchsvollen Sätzen wahre Kabinettstückchen und begeisterten durch ihre spritzig-virtuose, stürmisch-leidenschaftliche, aber auch gefühlvolle Wiedergabe.
Hierfür gab es anhaltenden Beifall, aber leider keine erhoffte Zugabe. Verständlich nach so einem anstrengenden Programm!




Internationale Künstler zu Gast in Coburg



Karriere Aglika Genova und Liuben Dimitrov gastierten bereits auf den bedeutendsten Konzert- und Festival-Bühnen in mehreren Dutzend Ländern auf allen Kontinenten und spielten unter der Leitung renommierter Dirigenten mit weltweit führenden Orchestern und Chören. Ihre Karriere ist auf zahlreichen CD-Einspielungen dokumentiert.