Gegen 14 Uhr beobachteten Zeugen, wie der Arbeitslose in der Ketschendorfer Straße sich das postgelbe Rad geschnappt hatte, während der Briefzusteller in einem Haus beschäftigt war. Weit kam der Radl-Dieb allerdings nicht. Da er unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen stand, stürzte er auf seiner Flucht schon wenige Meter weiter von dem Lasten-Drahtesel. Zwar blieb er zunächst benommen liegen, rappelte sich aber schon nach kurzer Zeit wieder alleine auf. Aus der Tasche des Postboten nahm sich der Gestrauchelte jetzt einen Stapel von etwa 50 Briefen und lief in Richtung Krankenhaus davon. Offenbar geschwächt ließ er sich ein paar Meter weiter auf dem Papierstapel nieder. Dort konnte er dann von inzwischen alarmierten Sanitätern in Obhut genommen werden. Der Postbote, der den Diebstahl noch gar nicht bemerkt hatte, kam aus dem Hauseingang, hob sein Rad auf und wollte seine Tour fortsetzen. Die Rettungssanitäter übergaben ihm die aus seiner Tasche gestohlenen Briefe. Da sich der inzwischen festgenommene 38-Jährige im Klinikum gegen alle Behandlungen handgreiflich zur Wehr setzte, lieferten ihn die Uniformierten in die Polizeizelle ein. Weil er noch zur Bewährung auf freiem Fuß war und bereits in den vergangenen Tagen durch kleinkriminelle Taten in Erscheinung getreten war, erließ der zuständige Richter einen Haftbefehl. pi