"Eine kleine Nachtmusik" war das Motto eines Chor- und Orchesterkonzerts in St. Moriz, gestaltet von der Stiftung Südthüringisches Kammerorchester und der Kantorei St. Moriz unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein. Reizvoll war der Wechsel zwischen Instrumental- und Chormusik, weltlichen und geistlichen Werken sowie zwischen Barock und Romantik. Im Mittelpunkt, sozusagen als Hauptwerk, stand die titelgebende "Kleine Nachtmusik" des Wiener Klassikers Wolfgang Amadeus Mozart. Das gut besuchte Konzert wurde mit viel Beifall aufgenommen.

Das durch eine Stiftung finanzierte Südthüringische Kammerorchester besteht derzeit aus zwölf Streichern, allesamt Profis, die ohne Dirigent, angeführt von einer temperamentvollen Konzertmeisterin, exaktes, sauberes Zusammenspiel und feine dynamische Abstufungen hören ließen. Sie demonstrierten ihr Können zu Beginn mit der Sinfonie Nr. 3 C-Dur von Carl Phi lipp Emanuel Bach, die eine spielfreudige, geschlossene Wiedergabe erfuhr.

Interessant war die folgende Rekonstruktion einer Weimarer Frühfassung des 6. Brandenburgischen Konzerts in Form einer Triosonate für zwei Violen und Basso continuo, die von Alexander Grychtolik angefertigt wurde. Mit der zur Bratsche wechselnden Konzertmeisterin, der 1. Bratscherin des Orchesters und Peter Stenglein am Cembalo erlebte man ein klangvolles, geschmeidiges Wechselspiel der Instrumente bei überlegener Technik und sauberer Intona tion der Streicher.

Festlich strahlend

Gut besetzt und homogen präsentierte sich die Kantorei St. Moriz unter der sorgsam gestaltenden Leitung von Peter Stenglein mit Werken des Frühbarock und der Romantik. Die hochstehende Kanonkunst der deutsch-niederländischen Schule repräsentierte der schwebende vierstimmige Kanon "Cantate Domino" von Adam Gumpelzhaimer.

Festlich strahlend und sorgfältig vom Text her gestaltet erklangen das achtstimmige "Singet dem Herren" von Johann Pachelbel, "Preis und Anbetung" von Josef Gabriel Rheinberger und "Jauchzet dem Herrn, alle Welt" von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Im Mittelpunkt stand, wie erwähnt, "Eine kleine Nachtmusik" G-Dur KV 525 von Wolfgang Amadeus Mozart, wendig, einfühlsam und mit lupenreinen Einsätzen (auch im gefürchteten Schluss-Rondo) dargeboten. Mit drei Abendliedern - dem großbögig gestalteten "Bleib bei uns" von Rheinberger, dem schlichten Strophenlied "Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen" von Clement Scholefield und dem eindrucksvollen "Die Nacht ist kommen" von Max Reger beeindruckte abermals die Kantorei St. Moriz, ehe das Südthüringische Kammerorchester den pfiffigen Schlusspunkt mit einem Werk von Luigi Boccherini setzte, in dem jener klangmalerisch die "Nachtmusik der Straßen von Madrid" schildert. Dem diese witzige Rarität abschließenden Marsch der Nachtwache schloss sich auch das Orchester mit seinem Auszug an.

Nach anhaltendem Beifall vereinigten sich Chor und Orchester noch zu einer gemeinsamen Strophe von "Der Mond ist aufgegangen" als Zugabe.