Auch in diesem Jahr ist es den Sammler- und Briefmarkenfreunden Neustadt zu verdanken, dass das Foyer des Rathaussaales wieder zu einer zeitgeschichtlichen Bühne wurde. In diesem Jahr nahm sich der Verein der Firmen Lissi Bätz und Ernst Liebermann "ELI" an und ergänzte die sehenswerte Ausstellung mit einem plakativen Rückblick auf 25 Jahre Puppenfestival.

Anlässlich der Vernissage führte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) vor Augen, dass gerade solche Ausstellungen eindrucksvoll dokumentiertn, wie oft und mit welcher Intensität der Name der Stadt Neustadt in die Welt getragen werde. Für ihn sei der Beiname "Bayerische Puppenstadt" ein Geschenk der Geschichte."Wir sind stolz auf diese Firmen", sagte Rebhan. Den Sammlern- und Briefmarkenfreunden attestierte er, sie hätten viel Arbeit investiert, um die Ausstellung Realität werden zu lassen.


Stationen der beiden präsentierten Firmen

Berthold Schilling, Zweiter Vorsitzender der Sammler- und Briefmarkenfreunde, zeichnete kurz wichtige Stationen der beiden präsentierten Firmen auf. Demnach wurde die Firma Lissi Bätz im Jahr 1922 als Einzelfirma in Wildenheid gegründet und entwickelte sich auch aufgrund der Exporte in alle Welt zum größten Spielwarenhersteller in Europa. In besten Zeiten wurden 4000 Puppen am Tag produziert. Im Jahr 1894 hob Ernst Liebermann seine Puppenmanufaktur aus der Taufe. "Eli-Puppen" wurde zu einer viel gefragten Marke. Schwere Schicksalsschläge musste Ernst Liebermann hinnehmen. Im Jahr 1933 zerstörte eine Explosion seine Fabrik. Zwölf Jahre später waren es Brandbomben, die nicht nur den Betrieb zerstörten, sondern auch seiner Ehefrau und seiner Tochter das Leben nahmen. Der Sohn von Ernst Liebermann, Franz Liebermann, baute das Unternehmen im Jahr 1947 erneut auf. Die Geschichte der "Eli-Puppen" endete 1974, als das Gewerbe abgemeldet und das gesamte Inventar veräußert wurde. Die Exponate und Dokumentationen können noch bis 31. Mai aus nächster Nähe betrachtet werden.