Susanne Mönch aus Kaltenbrunn ist froh, denn die Zeit der Umwege ist für sie jetzt erst einmal vorbei. Egal ob sie nach Ebern oder Untermerzbach wollte, bis gestern musste sie außen herum fahren. Jetzt nicht mehr - denn die Straße zwischen Kaltenbrunn und Untermerzbach ist endlich wieder frei. Und Susanne Mönch? Sie ist "glücklich und zufrieden."

"Das Hochwasser", sagte Bürgermeister Werner Thomas (SPD) gestern bei der offiziellen Verkehrsfreigabe, "ist eine Alltäglichkeit für die Itzgründer und es zeigt gleichzeitig die Wichtigkeit dieser Straße." Er sei dankbar dafür, dass die Bauphase von Hochwasser verschont geblieben sei. "Sonst hätte sich das Ganze noch in die Länge ziehen können."

Da es eine Woche vor Weihnachten sei, könne man die Freigabe durchaus als Weihnachtsgeschenk für den Itzgrund betrachten. Auf 800 Metern Länge wurde die Straße erneuert, aus drei Brücken wurden zwei gemacht. Die erste entstand auf der unterfränkischen Seite, jetzt folgte also der "Lückenschluss", wie es Thomas formulierte, nach Oberfranken. "Beim Bau wurde besonders darauf geachtet, dass der Abfluss des Hochwassers gewährleistet ist", betonte Thomas.

Die Stützweite war ausschlaggebend

Ausschlaggebend dafür ist die Stützweite der Brücken von knapp 40 Metern. Und den ersten Härtetest habe die Verbindungsstraße derzeit bereits überstanden - davon konnten sich die Gäste überzeugen. Die Kosten für die Brücken beliefen sich auf 1,3 Millionen Euro, hinzu kamen die Straßenbauarbeiten für 1,4 Millionen Euro. Neun Monate lang mussten Anwohner wie Susanne Mönch mit den Behinderungen leben. Für deren Verständnis und Geduld bedankte sich Bürgermeister Werner Thomas ganz besonders. Im Frühjahr folgt der letzte Schliff für die neue Straße - dann wird noch der Fahrrad- und Fußweg vollendet und die Böschungen bepflanzt.

Ob die Straße überhaupt freigegeben werden konnte, war indes fraglich. "Bei diesen Temperaturen macht man eigentlich keinen Deckenbau mehr", erklärte Jürgen Woll vom Bauamt in Bamberg. Dennoch habe man sich dafür entschieden, damit die Straße wieder genutzt werden kann. "Das Risiko tragen die Firmen und das Bauamt."

Auch Untermerzbachs Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) begrüßte die Entscheidung, die Fahrbahn in diesem Jahr noch freizugeben. "Man kann es nicht fassen, was 800 Meter Unterschied ausmachen", sagte er. In seinem Heimatort Memmelsdorf hätte der Verkehr in den vergangenen neun Monaten erheblich zugenommen. "Normal waren es täglich etwa 250 Fahrzeuge, in den vergangenen Monaten waren es bis zu 950", sagte Dietz und betonte, dass die Ortsdurchfahrt dafür nicht ausgelegt sei. Zum Glück sei jedoch außer Blechschäden nicht viel passiert. Für Dietz war die Fertigstellung der Verbindungsstraße ein "langer Wunsch, der endlich in Erfüllung geht."