Wie Rektorin Beate Deuerling darlegte, soll diese in der ehemaligen Galerie oberhalb der Turnhalle eingerichtet werden, um dem Leitbild der Schule folgend schwache Schüler zu fördern und gute Schüler zu fordern.

Seit rund 40 Jahren werde dieser längst abgetrennte Raum als Klassenzimmer genutzt. Unerlaubterweise, wie sich jetzt herausstellte, denn eine Nutzungsänderung wurde nie beantragt. Nun müssten zusätzliche Auflagen wie ein zweiter Rettungsweg und Brandschutzmaßnahmen erfüllt werden. "Auch die Bauverwaltung hat das nicht gewusst", berichtete Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB), erst seine Anfrage "habe den Stein ins Rollen gebracht" und zu einer "Kostenmehrung" geführt.

Muss die Lernwerkstatt wirklich barrierefrei sein?

Die Diskussion drehte sich jedoch weniger um die Mehrkosten für die Kommune. Sie liegen dank der Beteiligung des Fördervereins (7500 Euro) und einer Spende (1000 Euro) mit rund 25 000 Euro nur 7000 Euro über den bereits früher für eine Lernwerkstatt veranschlagten 18 000 Euro. Vielmehr fürchteten einige Gemeinderäte, die Schule könne ihr Profil "Inklusionsschule" verlieren, das ihr im August 2013 vom Kultusministerium zuerkannt wurde. Denn die Lernwerkstatt würde nicht barrierefrei zugänglich sein. Da reichte es nicht aus, dass Deuerling beteuerte, Inklusion ziele nicht nur auf körperlich, sondern auch auf lernbehinderte Kinder ab. Eine Inklusionsschule müsse nicht zwingend barrierefrei sein. Auch Bauersachs hatte von der Regierung von Oberfranken eine ähnliche Auskunft erhalten. Die Einrichtung einer Lernwerkstatt stelle eine konsequente Weiterentwicklung einer Inklusionsschule dar, zitierte Bauersachs die Aussage eines Bayreuther Beamten. "Um allen Kindern die zusätzliche Förderung in diesem Raum zu ermöglichen, würden wir sie zur Not auch die Treppe hoch tragen", machte die Rektorin deutlich.

Kein reguläres Klassenzimmer

Es handele sich nicht um einen regulären Klassenraum. Die Ausarbeitung mit den veranschlagten Kosten sei mit dem Landratsamt abgesprochen. Auch der Behindertenbeauftragte habe keine Einwände. "Die Lernwerkstatt ist eine gute Idee", befürwortete auch Christian Gunsenheimer (FW) die Einrichtung, jedoch vermisste er wie weitere Gemeinderäte eine rechtsverbindliche Auskunft und Kostensicherheit. "Müssen wir für eine Barrierefreiheit nachrüsten, dann reichen die 25 000 Euro nicht mal für die Mehrwertsteuer", warnte Gunsenheimer. Ulrich Kräußlich (FW) brachte als Alternative den jetzt vom TSV Weitramsdorf genutzten Raum im Erdgeschoss ins Gespräch und schlug einen Tausch vor. Beate Deuerling hielt den Raum für weniger geeignet und zeigte sich enttäuscht über die "unendliche Geschichte" der Lernwerkstatt. Henning Kupfer, Marco Anderlik (beide CSU) und Andreas Carl (DGN) warnten vor einer übereilten Entscheidung. Eine Kampfabstimmung könne bei negativem Ausgang das Projekt zu Fall bringen. Schließlich vertagte der Gemeinderat die Entscheidung.