Männer mit schweren Kameras, große Scheinwerfer, absolute Ruhe und nun "Klappe, die fünfte" - so stellt man sich im Allgemeinen Filmaufnahmen vor. Da schauten doch einige Kinder und auch ihre Eltern erstmal enttäuscht in Anbetracht der allseits bekannten Smartphones, mit denen eine Livesendung gemacht werden soll.

Für die Live-Berichte vom Türöffner-Tag nutzt der WDR die neue Technik des "Mobile Reporting". Herzstück des dezentralen Sendekonzeptes sind die Reporter, die mit ihren sendefähigen Smartphones ganz nah dran sind an den Kindern und deren Erlebnissen beim "Türöffner-Tag.

Aber ganz live war die Sache dann doch nicht, denn die Technik braucht auch ein wenig Vorlaufzeit. Allein 30 Minuten dauert es bis die drei Minuten bewegte Bilder in Hamburg im Übertragungswagen landen. Dort müssen sie noch mal überarbeitet werden, bevor sie ins Fernsehen kommen.

Zum Glück sah dann zumindest die Maus so aus, wie man sie jeden Sonntag auf dem Fernseher sehen kann. Ganz passend zu ihrem Liveauftritt bei der Plüschtierfirma Heunec in Neustadt war auch sie diesmal ganz kuschelig. Da sei ihr auch verziehen, dass das Klappern mit den Augen nicht ganz so funktioniert hat, wie man es aus der Sendung kennt.

Ein richtiges Fernsehteam war trotz der neuen Technik aus Köln angereist und ganz vorne dran stand Tanja Mairhofer, die sonst "Die Sendung mit dem Elefanten" macht. Sie hat ihren Text übrigens auf einem kleinen Spickzettel und muss auch mehrmals vor der Smartphone Kamera entlanglaufen bis der Film richtig im kleinen Kasten ist. Die wichtige Frau im Hintergrund ist aber Autorin Vera Nolte: " Ich bin für die gesamte Vorbereitung zuständig, als Erstes Kontakte erstellen und auch technische Voraussetzungen kontrollieren.

Im zweiten Schritt kommen dann die Inhalte, Planungen der Wege und Präsentation des ganzen Films." Daneben gibt es dann noch den Kameramann Björn Olerich, der sonst natürlich eine richtige Kamera bedient und den Unterschied erklärt: " Die Smartphones erlauben uns ohne Probleme mitten unter die Kinder zu gehen und man kann ihn einer Sendungen von vielen Orten berichten. Dies wäre mit herkömmlichen Kamerateam so gar nicht möglich." Damit dann auch alle im Internet sehen können wie die Filmaufnahmen liefen, steht ganz hinten auch noch ein Fotograf vom WDR, der alle kleinsten Details ins Visier nimmt.

Ganz genau kann dies Stephan Tarnobow, als Pressesprecher für die Öffentlichkeitsarbeit der "Sendung mit der Maus" zuständig, erklären. " Die Zukunft geht da hin, dass uns die Kinder auch selber Filme schicken können. Die kleinen Zuschauer sollen immer mehr ins Sendegeschehen mit eingebunden werden." Dies ist bei den jungen Gästen der Plüschtierfabrik noch nicht so ganz gelungen. Für sie ist heute die Produktion der kleinen Eule, die sie am Ende mit Namen mitnehmen dürfen, am wichtigsten. Luca (sieben Jahre) ist jetzt auch ganz stolz auf sein Werk: " Die Eule hatte schon ihre Form, aber ich durfte sie mit so weißem Zeug ausfüllen. Am Ende hat sie eine Frau zugenäht und ihr noch zwei Augen gemacht."

Die Freude der Kinder war auch der Grund, warum sich Barbara Fehn-Dransfeld mit der Firma Heunec zum "Türöffnertag" gemeldet hat. " Wir haben im letzten Jahr stark renoviert und wollten den Kindern nun an unseren neuen Räumen zeigen, wie ein Plüschtier entsteht. Mein Personal war auch ganz begeistert von der Idee und unsere Plätze waren auch sehr schnell ausgebucht."

Da die Aufnahmen bereits kurz vor der Sendung nach Hamburg geschickt wurden, konnte das Team dann seine Produktion gleich live auf dem Laptop betrachten. Wie Tanja Mairhofer feststellte, stieg die Nervosität dann doch langsam an. " So viele Liveschaltungen hatten wir noch nie in einer Sendung und die Erfahrungen mit den Smartphonres stecken noch im Aufbau." Als siebter Beitrag war es dann so weit, der Neustadter Beitrag flimmerte über den Bildschirm und das Team war zufrieden mit seiner Arbeit.

Der kleine Ausrüstungskoffer des Filmteams machte es dann auch möglich, dass mit einem normalen PKW der schnelle Themenwechsel vollzogen wurde. Nun stand die Mannschaft auf dem Flugplatz auf der Brandensteinsebene und Kameramann Björn brachte den Flugleiter Volker Ernst erst mal ins Schwitzen. An der schön positionierten Cessna 172 stiegen zwar die Kinder begeistert ein und aus, aber die Lichtverhältnisse waren für die "Smartphonekamera" zu schwierig.

Auch strahlender Sonnenschein kann eine Veranstaltung ins Wanken bringen. Aber schnell wurde Abhilfe geschaffen und Christian Vohl, Chefpilot bei Brose, trat mit seiner Maschine ins Rampenlicht. Da gab es noch schnell ein paar Textänderungen von Autorin Vera Nolte und eine kleine Einweisung an die Kinder. Für die 10jährige Hanna und ihre Freunde war das gar kein Problem: " Ich bin jedes Wochenende hier mit meinem Papa am Flugplatz und wenn ich alt genug bin werde ich auch meinen Flugschein machen." Da schafft man es doch auch ganz locker den Propeller zu drehen.

Zum Schluss strahlte das ganze Team: "Wir haben nicht nur das Sonnenproblem gelöst, sondern auch gleich noch die Veste Coburg und den Tower optimal im Hintergrund."

Für die Kinder bei der Fluplatzführung gab es dann auch noch ein paar Autogramme von Moderatorin Tanja Mairhofer und dann stieg das Team mitsamt der Maus wieder ins Auto zurück nach Köln. Vielleicht schauen sie nächstes Jahr am "Türöffnertag" wieder vorbei und dann gibt es vielleicht auch schon ein paar Kinder, die die Filmaufnahmen unterstützen.