Im Kindergarten werden für gewöhnlich Geschichten erzählt. Die vom Gemeindekindergarten "Oase" erzählte Bürgermeister Markus Mönch (parteilos) bei der offiziellen Einweihung der Kindertagesstätte. Die Geschichte begann 1996, als der evangelische Kindergarten "Kleine Welt" aus allen Nähten platzte. Eine Notgruppe wurde als gemeindlicher Kindergarten "Oase" über der Turnhalle der Schule eingerichtet.


Vorhaben kontrovers diskutiert

Auf einer Fläche von 110 Quadratmetern waren dort gleich mehrere Räume untergebracht. Durchschnittlich wurden 20 Kinder betreut. Dieser Zustand war aber auf Dauer nicht befriedigend. Und die Betriebserlaubnis dafür endete zum 31. August dieses Jahres. Als die Gemeinde Weidhausen im vergangenen Jahr mit ihrem Bildungshaus eine Vorreiterrolle einnahm, wurde der Denkvorgang angestoßen, die räumliche Situation zu verbessern. Bei einer Ortsbegehung am 13. Juli 2015 diskutierte der Gemeinderat das Vorhaben durchaus kontrovers, beschloss die Maßnahme am Ende aber mehrheitlich. "Dies war rückblickend eine gute Entscheidung für den Bildungsstandort Weidhausen, denn es hätte zum Umbau und dem Umzug keine Alternative gegeben, um auch weiterhin die Kinder pädagogisch wertvoll zu erziehen und zu betreuen", ist sich der Bürgermeister sicher.
Für die Gesamtkosten der Maßnahme in Höhe von 750.000 Euro erhält die Gemeinde Zuschüsse in Höhe von circa 230.000 Euro für die Kindergartengruppe sowie rund 117.000 Euro für die Krippengruppe und hat demnach rund 400.000 Euro zu schultern, für die jedoch keine Kreditaufnahme notwendig waren.


Alle haben zusammengeholfen

Die neue Kindertagesstätte habe Vorzeigecharakter, sagte Markus Mönch, darauf sei er stolz. Er dankte Architekt Karl-Heinz Höfner, "den nichts aus der Ruhe brachte, obwohl es am 1. August nicht so aussah, als ob die Maßnahme bis zum 31. August auch beendet wäre", so Mönch. Ein Lob richtete er auch an die Schule für das Verständnis, den Elternbeirat der Kita, der diese Maßnahme intensiv mitgetragen hat, sowie ans Landratsamt Coburg für die Beratung und Begleitung. Von einer stets konstruktiven Zusammenarbeit sprach Kita-Leiterin Carina Kürsten und lobte den Einsatz ihres Teams, das auch am Wochenende oder abends geholfen habe. "Wir fühlen uns hier pudelwohl", stellte sie fest und freute sich, dass mit allen Bereichen des Bildungshauses hervorragend und vertrauensvoll zusammengearbeitet werde. Aus diesem Grund kündigte sie auch einen gemeinsamen Tag der offenen Tür der beiden Kindertagesstätten für Januar 2017 an.

"Kinder sind unsere Zukunft. Jeder Euro, den wir in Kinder investieren, ist gut angelegt", führte Architekt Karl-Heinz Höfner aus. Er machte deutlich, dass die am Bau beteiligten Firmen die räumlichen Rahmenbedingungen geschaffen hätten, damit dort gute pädagogische Arbeit in einem ansprechenden Ambiente gelingen könne. Sehr gute Arbeit leisteten seinen Worten nach die beteiligten Firmen, ebenso die Mitarbeiter des Gemeindebauhofes. Durch die Mithilfe aller, auch des ,Oase‘-Teams, habe am Ende der Termin eingehalten werden können. Symbolisch überreichte Architekt Höfner den Schlüssel in Form eines leckeren Schokoladenkuchens an Bürgermeister Markus Mönch und Kita-Leiterin Carina Kürsten und wünschte, "dass in Weidhausen viele Kinder geboren werden, die sich in den Räumen der ,Oase‘ wohlfühlen".


Pfarrerin Reith: Eine große Gemeinschaft

"Herzlichen Glückwunsch. Sie haben eine Kita, die auch eine echte Kita ist", sagte Pfarrerin Heidi Reith und machte deutlich, dass die Gemeinde Weidhausen eine große Gemeinschaft sei und alle im selben Boot säßen. Bevor sie die Räume segnete, überreichte sie ein Puzzle. Dass die "Oase" eine wichtige Funktion einnimmt, zeigte die stellvertretende Schulleiterin Claudia Lege auf. Die Kinder würden dort bestens behütet und gehütet, sagte sie. Auch sie gratulierte mit einem Präsent.