Ihr 160. Jubiläum feierte die Feuerwehr Neustadt mit einem Tag der offenen Tür. Erstmals gab es einen Sternmarsch der Feuerwehrfrauen, -anwärterinnen und Kinderfeuerwehren des Landkreises Coburg und eine Modenschau mit heißen Trends für den Feuerwehralltag.

Am Samstag war die Feuerwehr für jedermann zum Anschauen, Anfassen und Mitmachen. "Ich weiß, wie viel Arbeit in den Vorbereitungen steckt", grüßte Oberbürgermeister (OB) Frank Rebhan (SPD). "Feuerwehrleute arbeiten oftmals im Stillen", sagte Rebhan. Dies werde deutlich, wenn die vielen Einsätze und notwendigen Tätigkeiten bei Unfällen, Ölspuren, Hochwasser und wo immer bei der Hauptversammlung genannt würden. "Mein Dank gilt allen Männern und Frauen und inzwischen auch den Kindern, die da mitmachen, die uns schützen und uns ruhig schlafen lassen", sagte Rebhan.


Mit der Spezialschere schneiden

Das Publikum zeigte großes Interesse, informierte sich und machte bei den Präsentationen spontan mit, passend zum Jubiläumsmotto: "160 Jahre - Nicht wegschauen, mitmachen! Gemeinsam mehr erreichen". Auf dem Feuerwehrgelände in der Mühlenstraße bot die Feuerwehr dazu Gelegenheit. Da machte Claudia Esch aus Sachsen, übers Wochenende gerade zu Besuch in Neustadt, gerne mit. An der Station "Technische Hilfeleistung" wurde sie eingekleidet: Helm, Schutzjacke und dicke Schutzhandschuhe. Eine verletzte Person musste aus dem Unfallauto befreit werden. Mit einer Spezialschere musste die klemmende Autotür herausgeschnitten werden. Allein das Gewicht des Schneidegeräts war schon ein Kraftakt für sich. Unter professioneller Mithilfe lief alles Hand in Hand. Die Autoscheiben zerbarsten, die Autotür wurde herausgeschnitten und die eingeklemmte Person (Demonstrationspuppe) herausgezogen. Eine andere "Person" lag unter einem schweren Gegenstand eingeklemmt. Mit Spezialwerkzeug gelang es auch da, diese zu befreien. Wer ein Feuerwehrauto samt Ausstattung und Funktion inspizieren wollte, bekam ebenso die Gelegenheit dazu.

"Fire-Trainerin" Annika Helk hatte als Zwölfjährige die Jugendfeuerwehr für sich entdeckt. Jetzt, sechs Jahre später, arbeitet Annika im aktiven Dienst. Mit einer echten Feuerwehrfrau ein echtes Feuer zu löschen, das war eine große Sache für den kleinen Julian. Der Erstklässler fühlte sich in Annikas Obhut ganz sicher, zeigte sich mutig und tapfer.

Bei der Fahrzeugschau war Hauptfeuerwehrmann Fredy Bechmann sehr gefragt, besonders beim jungen Publikum. Große Augen verrieten die kindliche Faszination. Das große Feuerwehrauto mit der riesigen Leiter beeindruckte. Beim Probesitzen thronte der Nachwuchs sprachlos und andächtig am großen Lenkrad und wagte sich vor lauter Ehrfurcht kaum zu bewegen. Stündliche Führungen durch das ganze Haus gaben zudem Einblicke in die Atemschutz-Werkstatt, Schlauchpflege, Fahrzeug- und Fernmeldewerkstatt sowie in die Einsatzzentrale.
Unter musikalischen Klängen des Jugendorchesters Neustadt zogen zahlreiche Feuerwehren im Festzug auf das Gelände und bildeten eine Ehrenformation. Stadtbrandmeister Andreas Steller stellte bei einer Feuerwehrmodenschau "heiße Trends für den Feuerwehralltag vor". Das war ein Feuerwehrtag, der allen gefallen hatte. Das große Publikumsinteresse war der Beweis.