Seinen Titel als "Botschafter des Coburger Landes" hat Mario Bamberger nicht umsonst. Der "Meisterjodler" ist bis hinauf in den hohen Norden bekannt - und wo er is(s)t, darf die Coburger Bratwurst nicht fehlen. Und weil seit Urzeiten der Großgarnstadter Jochen Kroner als routinierter Texter und Komponist Teil von Bambergers "Gaudi-Buam" ist, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit. Am heutigen Montag ist es beim "Nachmittag der Generationen" so weit: Die "Gaudi-Buam" präsentieren ihr erstes Lied über die Coburger Bratwurst - "Walls ned wurschd is, was in der Wurschd is."
Mario Bamberger, Jochen Kroner und Paul Schreiner als dritter "Gaudi-Bua" spielen auf vielen Volksfesten: Thüringen, Berlin, Kassel und so weiter. Überall wo sie hin kommen, wissen die Menschen, dass es Coburg - und natürlich auch die Coburger Bratwurst - gibt. "Coburg und die Bratwurst - das gehört zusammen", weiß Mario Bamberger. Umso mehr mussten die drei Musiker mit dem Kopf schütteln, als die Europäische Union die Bratwürste und noch mehr die Kühla auf den Index setzen wollte. "Da war uns schnell klar, dass wir mal ein Lied drüben machen werden", erzählt Jochen Kroner. Ein Lied wie eben "Coburg ist Wahnsinn", das die "Gaudi-Buam" im vergangenen Jahr als Premiere auf dem Coburger Schützenfest präsentierten.


Der Kronacher mag Coburger

Während Jochen Kroner privat dafür bekannt ist, gerne auch mal verrückte Sachen auf den Grill (oder besser: in den Smoker) zu werfen, ist Mario Bamberger als waschechter Coburger ein absoluter Traditionalist. Bei ihm darf die Bratwurst auf dem Grill nie fehlen - und wenn er mal länger auswärts auf musikalischen Pfaden unterwegs, dann müssen eben eingeschweißte Bratwürste mit auf Reise. "Immer", betont Jochen Kroner und schmunzelt dabei ein bisschen über seinen Kumpel. Selbst Paul, der eingefleischte Frankenwäldler, reagiert auf die Frage, ob ihm die Coburger schmecken, typisch fränkisch euphorisch: "Scho."
Für die "Gaudi-Buam" ist der "Nachmittag der Generationen" - ach, das ganze Vogelschießen - eine Herzensangelegenheit. Marion Bamberger käme "nie im Leben" auf die Idee, während der zehn Fest-Tage am Anger irgendwo anders einen Auftrag anzunehmen. "Hier kennt uns jeder, hier freuen sich alle", erzählt der "Meisterjodler". Jochen Kroner ist gerade noch rechtzeitig von einem längeren Trip nach Chicago zurück gekommen, wo er im legendären "Hofbräuhaus" spielte. Da steht zwar die "Riesenbratwurst" auf der Speisekarte, die Coburger indes nicht. "Sehr bedauerlich", beteuert Kroner.


Nichts geht über das Vogelschießen

Für Johannes Muff, den Ketschenbacher Kloß-Spezialisten, gehören die "Gaudi-Buam" zum Coburger Vogelschießen wie die Bratwurst zur Stadt. Seit sechs Jahren spielen Mario Bamberger und Kollegen in Muffs Biergarten, wobei sie das Lied "Kloß mit Soß" natürlich extra für ihren Kumpel und Sponsoren Johannes geschrieben haben. Er will seine "Gaudi-Buam" deshalb auch nicht missen, versichert der Gastwirt mit einem treuherzigen Augenaufschlag: "Wenn die hier nicht mehr auf dem Vogelschiewen spielen - dann höre ich auch auf."
Ein Jahr ist es inzwischen her, als Mario Bamberger von der lokalen Politprominenz (Landrat Michael Busch, Oberbürgermeister Norbert Tessmer) den Titel "Botschafter des Coburger Landes" verliehen bekam. Zurecht, wie Jochen Kroner findet: "Der Mario - der lebt diese Aufgabe voll aus." Es geht sogar so weit, dass sich Mario Bamberger sein neues "Gaudi-Mobil" extra noch mit dem Hinweis auf seinen Botschafter-Titel hat bedrucken lassen.


Mit Kühla - und auch mit Senf

Bleiben die zwei großen Fragen rund um die Coburger Bratwurst, an denen sich die Geister scheiden. "Also ohne Kühla, da geht bei mir gar nix", sagt Mario Bamberger. Und auch auf den Senf, den nicht wenige Traditionalisten als Sünde auf der Wurst ansehen, kann der "Meisterjodler" auf keinen Fall verzichten: "Da mögen die Leute sagen, was sie wollen." Wer will dem offiziellen Botschafter des Coburger Landes da schon widersprechen?


Das sind die "Gaudi-Buam"

Fan-Fahrt: Johannes Muff hat für das Oktoberfest im "Festzelt der Hauptstadt" an der Zitadelle Spandau eine Fan-Fahrt für die Fans von Mario Bamberger und seinen "Gaudi-Buam" organsiert. Die Reise dauert vom 14. bis 16. Oktober - natürlich mit Besuch des Oktoberfestes in der Hauptstadt. Wer mitfahren möchte, kann sich ab sofort bei Johannes Muff im Lindenhof Ketschenbach (Telefonnummer 09568/2872) anmelden.

Live in Coburg: Auf dem Vogelschießen sind die "Gaudi-Buam" am heutigen Montag beim "Tag der Generationen" (Einlass ab 12 Uhr) sowie von Mittwoch bis Samstag jeweils ab 18.30 Uhr im Biergarten direkt am Eingang des Festgelände zu erleben.

Zum Mithören: Die "Gaudi-Buam" planen, das Bratwurst-Lied im Herbst auf einer CD auf den Markt zu bringen.