Vor Jahren war Nürnberg das Vorbild: Als die Gemeinschaft Stadtbild Coburg 1973 gegründet wurde, standen die Altstadtfreunde Nürnberg Pate, erinnert sich Hans-Heinrich Eidt. Er führt die Coburger Gemeinschaft nahezu seit der Gründung und will nun einer Nürnberger Initiative Schützenhilfe leisten.

Dort ist seit 1992 das Plärrer-Volksbad im Stadtteil Gostenhof geschlossen. Erbaut 1910, verfügt es über drei Schwimmhallen und gilt als eins der schönsten Jugendstilbäder Deutschlands. Die Schließung 1992 war umstritten, wurde aber beschlossen, weil der Zuschussbedarf zuletzt 2,7 Millionen Mark im Jahr betrug. Außerdem wären Investitionen nötig gewesen. Versuche, das Bad an Investoren zu übertragen, scheiterten. All das ist auf der Webseite des Fördervereins Volksbad nachzulesen.

Nun gibt es neue Überlegungen, das Bad zu sanieren und wieder zu nutzen - und Hans-Heinrich Eidt möchte die Stadt Nürnberg und den zuständigen Bürgermeister Christian Vogel ermutigen, dies zu tun. Eidt verweist in diesem Zusammenhang auf das Schicksal des Ernst-Alexandrinen-Volksbads in Coburg, kurz Alexandrinenbad. 1907 wurde es erbaut, nachdem Herzogin Alexandrine testamentarisch 120 000 Mark dafür hinterlassen hatte. Anfang der 70er Jahre sollte jedoch hier die Spange von der Viktoriastraße zur Lossaustraße geschaffen werden. Dem stand das Bad im Weg. 1976 wurde die Schwimmhalle abgerissen, nur der Portikusbau blieb stehen. "Dabei gab es nicht einmal eine Abbruchgenehmigung", entrüstet sich Eidt noch heute. "Bei den Abbrucharbeiten wurden zum Beispiel Jugendstilfliesen und Teile der Installationen von den Arbeitern entfernt und finden sich teilweise noch als Schmuckstücke an Privathäusern wieder." Wie das Coburger Volksbad ausgesehen hat, davon vermittelt die Webseite stadt-bad-gotha.de einen Eindruck: Laut Eidt ist das 1908 errichtete Bad fast baugleich zu dem in Coburg.

"Es bleibt zu wünschen, dass das Nürnberger Bad nicht das Schicksal unseres Alexandrinenbades teilen muss", schreibt Eidt. Der Abriss sei seinerzeit "trotz unermüdlichem Einsatz" nicht zu verhindern gewesen. Er hoffe, dass es in Nürnberg gelinge, "dieses Bauwerk nicht nur als Denkmal zu erhalten, sondern auch wieder als innerstädtisches Bad zu aktivieren".