Seit 60 Jahren macht sich der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), der KDFB-Zweigverein Neustadt als christlicher Frauenverband für Frauen jeden Alters und Berufs, mit unterschiedlichen Lebenssituationen und verschiedenen Interessen stark. "60 Jahre bewegtes Leben, so bunt und vielfältig wie die Blumen hier auf den Tischen, laden uns ein, unser Jubiläum zu feiern", begrüßte Zweigverein-Vorsitzende Waltraut Wingchen im katholischen Pfarrzentrum Sankt Ottilia.

Gleichzeitig freute sich Wingchen über den Besuch von Pfarrersfrau Gisela Sauer von der evangelischen Kirchengemeinde Sankt Georg, denn man pflegt in Neustadt die Ökumene. "Viele von Ihnen stehen für Kontinuität, haben Aufgaben, ich bin froh, dass es hier diesen Kreis gibt", sagte Pfarrer Peter Fischer. Immerhin sei der KDFB eine gute Ergänzung zu Männern. "Hier können Frauen unter sich aufleben. Da wird mit viel Liebe hingeschaut und etwas getan, dafür bin ich sehr dankbar", sagte Fischer.

"Eine runde Sache, die ausstrahlt"

Martina Braun, Pfarrgemeinderatsvorsitzende und Vorsitzende der Kolpingfamilie erinnerte, der Verband habe einen wesentlichen Beitrag über Jahrzehnte hinweg für die Gemeinschaft, für das lebendige Miteinander geleistet, um das Pfarrleben mitzugestalten. "Hier lassen sich Menschen konkret, zuverlässig und auch immer sehr liebevoll in Verantwortung nehmen", dankte Braun. Nur weil hier eine zuverlässige Gruppierung vorhanden sei, könnten zahlreiche Veranstaltungen und Angebote ermöglicht werden. "So habe ich es in unserer Pfarrgemeinde immer wieder sehr dankbar erleben dürfen", fuhr Braun in ihrem Grußwort fort. In Zeiten einer immer größeren Vereinsamung, bei Schicksalsschlägen oder im Alter, es sei wichtig, irgendwo dazuzugehören, um Unterstützung und Halt zu finden. "60 Jahre ist eine runde Sache, die ausstrahlt. Auch wenn uns der Mangel an Nachwuchs sorgt, stehen wir jedoch überzeugend dafür ein und das mit noch vielen Ideen für die Zukunft", war Braun sicher.

Claudia Dworzik, Diözesanvorsitzende des Diözesanverbandes Bamberg sprach in ihrer Laudaio: "Unsere Zweigvereine gestalten das Verbandsleben vor Ort interessant und ansprechend. Hier in Neustadt bei Coburg haben sich vor 60 Jahren, also 40 Jahre nach Gründung des Bayerischen Landesverbands, Frauen zusammengefunden, um in der damaligen Situation nach dem Zweiten Weltkrieg Bedürfnisse der Frau nach Bildung und Unterstützung in ihren spezifischen Belangen zu finden", erinnerte Dworzik. Seit 60 Jahren würden sich die Frauen hier verbinden, um in den verschiedensten Lebenssituationen Informationen zu erhalten, die Geselligkeit zu pflegen, Ansprache und Entspannung zu erfahren und diesen ganz wichtigen, spirituellen, religiösen Teil zu pflegen und in modernere Richtungen zu bringen, natürlich zeitgemäß angepasst.

Ein Großteil der Mitglieder sind in Bayern

Wie Dworzik informierte, umfasse der Verband auf Bundesebene 200 000 Mitglieder. Der Hauptteil davon, nämlich 180 000 seien in Bayern im Bayerischen Landesverband zusammengefasst. Diese bestehen wiederum aus Zweigvereinen, so wie hier in Neustadt. "Die Zweigvereine sind eine ganz wichtige Stütze", sagte Dworzik. In Bayern würden sich mittlerweile 1600 Zweigvereine für die Ziele des Frauenbundes stark machen. "Das sind Frauen jeden Alters und Berufs mit unterschiedlichen Lebenssituationen, mit verschiedenen Interessen. Sie sind geeint durch eine gemeinsame, christliche Verantwortung. Wir mischen uns ein bei wichtigen Dingen in der Gesellschaft, Politik und Kirche. Dass Frauen Bildung und Informationen haben, das ist unser wichtigstes Anliegen. Egal was gerade aktuell ist, beim Bildungsangebot auf jeder Verbandsebene wird kein wichtiges Thema ausgelassen".

Gemeinsam mit Vorsitzender Wingchen zeichnete Pfarrer Fischer Erika Kossakowski und Antonie Scheler für besondere Verdienste aus. Erika Kossakowski bringt seit 17 Jahren auf dem Klavier Fröhlichkeit zu den Singstunden in den Alltag der Heimbewohner. Antonie Scheler engagiert sich seit 40 Jahren im Vorstand und betreut seit 1989 die Seniorengruppe bis heute. Gisela Partes und ihr Mann Gerhard trugen die 60 Jahre in einem kleinen Film zusammen und präsentierten damit viele schöne Erinnerungen zur anschließenden Kaffeestunde. Dekanatsmusikerin Gabriele Hirsch umrahmte den Festakt musikalisch auf dem Klavier und leitete zudem den Kirchenchor beim Festgottesdienst am Abend im Gotteshaus.