Es läuft und läuft, das Wasser aus dem Schwanensee im Park von Schloss Rosenau. Er wird abgelassen. Das hat auch gute Gründe, wie Steffen Schubert von der Parkverwaltung erklärt.


Schon acht oder neun Jahre ist es her, dass der Teich zum letzten Mal vom Schlamm befreit wurde. Da wird es Zeit, wieder einmal zu untersuchen, wie viel Schlamm sich inzwischen wieder angesammelt hat. "Wir wollen auch das Bodenprofil untersuchen", sagt Schubert. Der Schwanensee ist nämlich kein Naturgewässer. Er wurde künstlich geschaffen und hat keine eigene Wasserversorgung.


Richtiger Zeitpunkt gesucht

"Es fließt nur über die Entwässerungsgräben im Park Oberflächenwasser zu", erklärt Steffen Schubert. Dazu kommt Regenwasser, wenn es denn mal wieder regnet im Coburger Land. Die Frage der Befüllung macht es auch schwer, den richtigen Zeitpunkt für das Ablassen zu finden. Die Verantwortlichen wählten ihn so, dass noch nicht so viel Laub von den Bäumen im See treibt. Es würde sonst womöglich den Ablauf verstopfen. Im Sommer geht es nicht, weil der Zulauf nicht reichen würde, um den See zeitnah wieder zu füllen. Den Frost abzuwarten empfiehlt sich ebenso wenig.


Entscheidender Grund für das Ablassen in diesem Jahr waren Schäden am Ablassbauwerk, dem sogenannten "Mönch" des Sees. "Er muss repariert werden, das geht eben nicht, wenn der See voller Wasser ist", erklärt Steffen Schubert.


Schon in den vergangenen Tagen waren die Kanalrohre für den Ablass erneuert worden. Der Mönch muss nicht nur instand gesetzt, sondern auch tiefer gelegt werden. Sonst könnte der See gar nicht komplett auslaufen.
Für den Wasserfall neben der Grotte bedeutet das Ablassen eine zeitlich begrenzte Aufwertung. Er rauscht zurzeit mächtig, was Spaziergängern nicht entgangen ist.


Einmalige Aktion

Die Parkverwaltung plant nicht, den See jetzt jedes Jahr während des Winters abzulassen, wie manche befürchten mögen. Dass es aber nach Jahren wieder einmal getan wird, kann allerdings auch genutzt werden, um die enorme Zahl an Goldfischen aus dem Teich zu holen, die sich dort angesammelt haben.


Der Teichwirt, der das Fischrecht an dem Gewässer hat, fürchtet schon, dass der See im Sommer unter der Überbelegung umkippen könnte. Die Goldfischinvasion hat keinen natürlichen Ursprung. Sie kommen aus Gartenteichen, wo sie den Besitzern zu viel geworden sind. Um sie loszuwerden, entsorgt sie dann so mancher einfach im See.


Dort werden sie jedoch zum Problem für Nutzfische wie Karpfen, denen sie den Lebensraum streitig machen. Dass sie überhandnehmen, konnten Spaziergänger in diesem Sommer gut beobachten, als die roten Gesellen an der Oberfläche des Gewässers nach Luft schnappten. Im Zuge der laufenden Arbeiten, werden auch die Goldfische beseitigt.