Unter Vorsitz von Richter Gerhard Amend beginnt am Montag, 9 Uhr, am Landgericht Coburg der Prozess um die tödlichen Schüsse im "Alten Schützenhaus" im Weichengereuth. Dem 55-jährigen Ulrich S. wird zur Last gelegt, am 7. Oktober des vergangenen Jahres seine 44 Jahre alte Ehefrau erschossen zu haben. Die Anklage lautet auf Totschlag.
Ulrich S. wird verteidigt vom Coburger Rechtsanwalt Hans-Heinrich Eidt. Und der hat bereits im Vorfeld für Aufsehen gesorgt, als er den tödlichen Vorfall im Alten Schützenhaus als tragischen Unfall schilderte und somit auf "fahrlässige Tötung" plädiert: Demnach hatte sich Ulrich S. ein Gewehr besorgt, um damit im Keller des Gebäudes nach Ratten zu jagen.

Über Hund gestolpert?

Bei seiner Rückkehr in die Wohnung im Obergeschoss sei er dann über seinen Hund gestolpert. Dabei löste sich der Schuss, der seine Frau tödlich verletzte. Aus Verzweiflung habe Ulrich S. dann anschließend versucht, sich das Leben zu nehmen, erklärt Eidt. Eine weitere Kugel aus dem Gewehr trat etwa rechts unterhalb der Rippen in seinen Körper ein und unter der linken Achsel wieder aus. Ulrich S. schwebte daraufhin zwar längere Zeit in Lebensgefahr, ist mittlerweile aber genesen und auch verhandlungsfähig.
Die Ermittler der Staatsanwaltschaft Coburg gehen nach wie vor davon aus, dass sich in der Nacht zum 7. Oktober in den Privaträumen der bekannten Coburger Gastwirtschaft ein Beziehungsdrama abgespielt hat. Ulrich S. habe demnach seine Ehefrau aus Eifersucht und Trennungsangst erschossen. Anschließend soll er versucht haben, sich mit der Waffe selbst zu töten.

Publikumsandrang erwartet

Über 50 Zeugen sollen während des Prozesses gehört werden. Insgesamt sind vier Verhandlungstage angesetzt. August weiter.Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades von Ulrich S. wird zudem mit einem enormen Publikumsandrang gerechnet. Für Medien gab es im Vorfeld Platzkarten. Ob die insgesamt vier angesetzten Verhandlungstage ausreichen, steht noch nicht fest; ebenso ist unklar ist somit, wann das Urteil gesprochen wird. Das Höchststrafmaß beträgt bei Totschlag 15 Jahre. os