Die Grippesaison hat die Coburger ordentlich erwischt. Neben der echten Grippe hatten viele auch mit Brechdurchfall zu kämpfen. "Jetzt haben wir definitiv mit mehr Grippefällen zu tun", meint jedoch Romy Rauer, Arzthelferin von Allgemeinarzt Hasso Krause in Coburg. "Das geht schon seit ungefähr drei Wochen so."
Influenza-Erkrankungen hätten steigende Tendenz, bestätigt Ulrich Mauser vom Coburger Gesundheitsamt. Die Zahl der Noro-Virus-Erkrankungen, der für Magen-Darm-Grippe verantwortlich ist, seien dagegen eher rückläufig.

Zu den Symptomen einer Influenza-Erkrankung, der sogenannten echten Grippe, zählen vor allem Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen und Fieber. Diese stimmen mit den Symptomen einer normalen Erkältung überein, was die Unterscheidung schwierig macht. "Als wichtiger Hinweis auf eine echte Grippe gilt ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit sehr raschem Einsetzen der Krankheitssymptome", sagt Mauser.

Die aktuelle Grippesaison in Coburg habe ungewöhnlich früh begonnen, erläutert der Arzt. Nach den neuesten Zahlen vom 6. Februar wurden dem Gesundheitsamt in Stadt und Landkreis Coburg 39 Grippefälle gemeldet, eine Woche zuvor waren es noch 27. "Die Grippe ist aber nicht meldepflichtig", betont Dieter Pillmann von der Pressestelle des Landratsamts.


2017 wieder starkes Grippejahr

Im Vergleich zu diesen Zahlen waren es im vergangenen Jahr insgesamt nur 54 Grippefälle. "2016 ist als insgesamt schwächeres Grippejahr einzustufen", stimmt Mauser zu. Auch in den nächsten Wochen sei mit Neuerkrankungen zu rechnen. Heuer sieht es dagegen anders aus: 2017 gilt wieder als vergleichsweise starkes Grippejahr.

Das macht sich auch in den Arztpraxen bemerkbar. "Das Wartezimmer ist voll und später warten noch zahlreiche Hausbesuche", bestätigt eine Arzthelferin von Wojciech Juchno. Romy Rauer erzählt zudem: "Auch von uns erwischt es natürlich mal jemanden. Dann machen wir am Wochenende etwas langsamer, weil wir am Montag für unsere Patienten ja wieder fit sein müssen."


Coburger Personal verschont

In Coburg sei die Lage zum Glück noch nicht so dramatisch wie in Nürnberg, wo der Personalausfall sehr problematisch sei, gibt Birgit Schwabe, Pressesprecherin des Klinikum Coburgs, Auskunft.

"Momentan haben wir am Klinikum Coburg einen durchschnittlichen Wert an Krankmeldungen, der Jahreszeit entsprechend. Die Gründe der Krankmeldungen, die wir als Arbeitgeber nicht kennen, können dabei aber sehr unterschiedlich sein und müssen nicht zwingend durch die Grippewelle bedingt sein."