Mit einem blauen Auge davon gekommen ist ein 20 Jahre alter Coburger am Mittwoch vor der Großen Jugendkammer am Landgericht Coburg. Entschieden werden sollte in der Berufungsverhandlung, ob eine Haftstrafe, die der junge Mann vom Jugendschöffengericht ausgesprochen bekam, zur Bewährung ausgesetzt werden könne.
Der Coburger hatte Anfang 2013 vor einer Disco im Steinweg einem anderen jungen Mann eine Kopfnuss verpasst. Dieser trug Verletzungen im Gesicht davon und die Brille ging zu Bruch. Der 20-jährige war zum Zeitpunkt der Tat stark alkoholisiert.
Vor dem Amtsgericht Coburg wurde er deshalb im Juli 2013 wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt und kassierte eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Die Strafe fiel seinerzeit deshalb so empfindlich hoch aus, weil der junge Mann bereits etliche Delikte auf dem Kerbholz hatte.
Verteidiger Roland Kestel erklärte, dass sein Mandant in den vergangenen Monaten einen erheblichen Reifesprung gemacht habe. "Er steht in einem festen Beschäftigungsverhältnis, ist tüchtig und geht regelmäßig zur Arbeit, sogar im Schichtbetrieb. Sein Alkoholkonsum geht gegen Null. Er hat sich stabilisiert."
So sah das auch Staatsanwältin Melanie Krapf, die wohlwollend die positive Entwicklung des jungen Mannes zur Kenntnis nahm. "Er hat sich vom Jugendlichen zum Erwachsenen entwickelt und zeigt, dass etwas in ihm steckt."
Der 20 Jährige versprach dem Vorsitzenden Richter Gerhard Amend: "Wenn Sie mir die Chance geben, dann werden wir uns nicht mehr sehen!" Die Kammer bestätigte das Urteil vom Amtsgericht änderte jedoch die Haftstrafe von 1 Jahr und 4 Monaten in eine Bewährungsstrafe um. "Wir geben Ihnen hier einen Vertrauensvorschuss", erklärte der Richter, "Sie alleine entscheiden jetzt, ob es irgendwann doch in Richtung Ebrach geht oder, ob Sie in Freiheit bleiben."
Als Auflage bekam der 20 Jährige, 1000 Euro an den Verein Bewährungshilfe und Soziale Integration zu zahlen. if