Wir haben die beiden Bauwerke einmal etwas genauer unter die Lupe genommen.


Coburgs leuchtender Turm

Eckardtsturm

Lage: Gut sichtbar auf dem Eckardtsberg im Osten Coburgs; Zufahrt über Pilgramsroth (Fußweg ab Wendeplatz) oder Seidmannsdorfger Straße (Fußweg mit Treppen ab Straße "Eckardtsberg")

Höhe: 21 Meter

Baujahr: 1873

Architekt: Carl Friedrich Wilhelm Streib

Auftraggeber: Herzog Ernst II. von S.-Coburg und Gotha

Aussehen: elegant

heutige Funktion: Der Turm ist leider ganzjährig geschlossen. Aber: Er ist schön anzuschauen. Neuerdings auch nachts (siehe "heutige Freunde").

heutige Freunde: Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg - sie lässt den Turm jetzt auf eigene Kosten nachts anstrahlen. Start war in der Nacht zum vergangenen Freitag.

Besonderheit: In den 1990er Jahren wurde immer im Juli das Eckardtsturmfest gefeiert, veranstaltet vom Verkehrsverein. Beim Fest, das von Freitag bis Sonntag ging, konnte auch der Turm besichtigt und bestiegen werden. Doch auf dem Fest lastete ein Fluch: ein Wetter-Fluch. Fast regelmäßig gab es just an diesem Juli-Wochenende Regen - während zu Samba und Schlossplatzfest die Sonne schien. Irgendwann war den Ehrenamtlichen des Verkehrsvereins das Risiko zu groß und das Fest wurde eingestellt.

Prognose: Der Eckardtsturm wird dank der nächtlichen Beleuchtung künftig von noch mehr Menschen bewundert.


Coburgs vergessener Turm

Bismarckturm

Lage: Etwas versteckt am Himmelsacker im Westen Coburgs; Zufahrt über Judenberg/Pommernstraße (der Beschilderung "Hochzeitswald" und "Grünes Labor" folgen)

Höhe: 16 Meter

Baujahr: 1901

Architekt: Wilhelm Kreis (mit dem bundesweit 47 Mal verwendeten Modell "Götterdämmerung")

Auftraggeber: Coburger Bismarckturm-Komitee unter Vorsitz von Prof. Dr. Gebhardt

Aussehen: klobig

heutige Funktion: Auf dem Dach sind eine Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks sowie eine Funkanlage der SÜC installiert. Besucher haben ganzjährig keinen Zutritt.

heutige Freunde: Es sind keine bekannt. In den 1990er Jahren hatten Rechtsradikale Gefallen an dem Monument gefunden. Ihre Pläne, am Turm Kundgebungen zu veranstalten, konnte die Stadt verhindern. Heute ist dieser Spuk zum Glück vorbei. Als Fan des Bismarckturms sieht sich Tageblatt-Redakteur Oliver Schmidt, der deshalb auch immer mal wieder Artikel über ihn schreibt.

Besonderheit: Auf der Aussichtsplattform des Turms befindet sich - wie bei jedem Bismarckturm - eine Feuerschale. In ihr wurden zu Ehren des ehemaligen Reichskanzlers Feuer entzündet, die überall in der Stadt sichtbar waren.

Prognose: Am Schattendasein wird sich wohl kaum etwas ändern. Dabei lohnt sich ein Ausflug.