Einen "Tanzkrimi auf dem Parkett" prophezeite Cheftrainer André Heller zum Heimstart des A-Teams des TV Ketschendorf in der Angerturnhalle. In den beiden vorhergehenden Turnieren in Nürnberg und Groß-Gerau waren die Tänzerinnen und Tänzer der Lateinformation bereits jeweils als Dritte hervorgegangen und hatten sich in ihrer Leistung weiter gesteigert.

Das Coburger Publikum sollte das A-Team beim Heimturnier am Samstag bei ihrem ehrgeizigen Ziel unterstützen. Dieses Mal, so die Hoffnung von Heller und Co-Trainerin Silke Hoffmann, sollte gar ein zweiter Platz drin sein und damit auch die Möglichkeit, in einem Relegationsturnier aufzusteigen in die zweite Bundesliga.


"Überraschungsei" TVK

Die Chance scheint greifbar. Turnierleiter Ingo Körber kündigt die TVKler in der Vorrunde gar als "Überraschungsei" an. Mit acht neuen Tänzern, darunter fünf Neuzugängen aus Nürnberg, geht die Lateinformation in der neuen Saison an den Start. Die Nürnbergerin Elena von Hanstein tanzte bereits in der Bundesliga. Sie wechselte in dieser Saison zum TV Ketschendorf und tanzt am Samstag ihr einundfünfzigstes Turnier. "Ich habe das A-Team im letzten Jahr das erste Mal auftreten sehen", sagt sie, "bei der Choreografie hatte ich Gänsehaut." Für sie stand fest: "Da möchte ich mittanzen." Nun schwärmt sie von dem "Team-Gefühl" unter den Tänzern d des TV Ketschendorf: "Das ist einfach unglaublich."

Vom B-Team des TVK kommen der 14-jährige Denis Reimer, der am Samstag sein drittes Turnier in der Regionalliga Süd tanzt, und die 17-jährige Kim Scheurer. Beiden hat Trainer André Heller erfahrene Tanzpartner an die Seite gestellt. "Da achte ich neben den tänzerischen Gesichtspunkten auch darauf, dass die Partner größentechnisch zusammenpassen", sagt er. Die "alten Hasen" helfen Denis auch durch das Lampenfieber, das ihn, wie er zugibt , ganz schön gepackt hat. Zur Vorbereitung gehören auch wummernde Bässe und Discomusik: Laut schallt sie aus dem Umkleideraum der Tänzer. "Wir stimmen uns mit Wunschliedern positiv auf den Auftritt ein", erläutert Heller. Danach folge das "mentale Aufwärmen": "Wir gehen im Kopf noch einmal die Choreografie durch und die Mannschaft schwört sich auf den Auftritt ein". Vor allem mental wollen sie stark sein, so Heller. "Das komplette Team muss eine gewisse Gier verspüren."

Als siebte von insgesamt neun Mannschaften in der Regionalliga Süd betritt der TVK das Parkett und präsentiert seine Choreografie "Phoenix". "Das ist eine sehr emotionale Musik", erläutert Silke Hoffmann, "die Selbstbewusstsein und den Glauben an sich selbst vermitteln soll". Noch einmal wurde im Vorfeld an der Ausführung gefeilt: Trainer André Heller setzt auf kompakte Bilder, verschärfte die Highlights und baute einige Elemente neu ein, die die tänzerische Qualität unterstreichen sollen. Nach dem A-Team des TVK startet die große Konkurrenz: Die TSG Bietigheim, die bisher zweimal Platz eins belegte, und der TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg, bisher zuverlässig Zweiter.


In der Liga etabliert

Das TVK-Team schlägt sich gut und darf im großen Finale starten. Trainer und Co-Trainerin geben sich da noch sehr zuversichtlich: "Wir sind sehr zufrieden." Die rund tausend Zuschauer unterstützen das Team mit rhythmischem Klatschen. Fünf Schiedsrichter werten jeweils Musik, Takt, Rhythmus und Musikalität, tänzerische Leistung, Ausführung und Durchgängigkeit sowie die Charakteristik der Choreografie.

Schließlich steht die Entscheidung fest. Die fünf Wertungsrichter heben ihre Tafeln: Bietingheim liegt mit seiner Choreografie "Burning up" mit fünf Einser-Wertungen zum dritten Mal auf Platz eins, gefolgt von Nürnberg, die viermal die Wertung "zwei" einheimsen. Der TVK muss sich zum dritten Mal mit Platz drei zufrieden geben. Silke Hoffmann ist enttäuscht. Doch auch wenn der Traum vom Aufstieg damit wohl ausgeträumt ist: Mit dieser Wertung steht das Team fest in der Regionalliga Süd.