Die Energiewende bezahlbar und sicher gestalten - das ist laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer zu Coburg das wichtigste Themen Thema für die heimischen Unternehmen in den nächsten vier Jahren und somit in der nächsten Legislaturperiode des Bundestags. Bei einer Umfrage der IHK nannten dies 92,3 Prozent - als zweitwichtigstes wurde eine Korrektur der Unternehmensbesteuerung genannt (84,6), vor einem Bürokratieabbau (38,5).

"Deutschland ist ein starker Wirtschaftsstandort", heißt es in einer Stellungnahme der IHK. Weil dies aber kein "Selbstläufer" sei, wie IHK-Präsident Friedrich Herdan warnt, müsste die künftige Bundesregierung entsprechende Weichen stellen. Konkret mit Blick auf das in der Umfrage genannte Top-Thema sagt Herdan: "Schwankungen in Versorgung und weiter steigende Strompreise führen zu einem Rückgang von Absatz, Gewinn und Beschäftigung in der Industrie und verstärken die Tendenz zu Betriebsverlagerungen."

Der IHK-Präsident fordert deshalb schnelle politische Entscheidungen, um die Energiewende "mit Augenmaß" weiterzuentwickeln. Eine "zentrale Bedeutung" misst Herdan dabei dem Bau der 380-kV-Leitung zwischen Altenfeld und Redwitz an bei. Denn mit Stilllegung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld Ende 2015 entstehe ein Verlust von 1275 Megawatt Strom in Franken. Dieser Verlust müsse durch Stromtransport, vor allem aus Nord- und Ostdeutschland, ausgeglichen werden - "und dafür sind wir auf die ,Thüringer Strombrücke‘ angewiesen."

Warnung vor Steuererhöhungen

Zur Unternehmensbesteuerung merkt Herdan an: "Die neue Bundesregierung darf keine Koalition der Steuer-Erhöher werden. Höhere Steuern würden dringend notwendige Investitionen und damit Wachstum und Arbeitsplätze gefährden. Nur über Wachstum und daraus resultierenden steigenden Steuereinnahmen sind vordringliche Aufgaben wie Schuldenabbau und Investitionen in Bildung und Infrastruktur finanzierbar."