Wenige Tage vor Beginn des 149. Pfingstkongresses des Coburger Convents (CC) üben die Grünen heftige Kritik an der Veranstaltung im Speziellen und dem CC im Allgemeinen. So werden in einer von Vorstandssprecher Kevin Klüglein verschickten Pressemitteilung die CC-Mitglieder als "farbentragende Burschenschaftler voll rückwärtsgerichtetem Gedankengut" bezeichnet. Dass im CC gar keine Burschenschaften, sondern ausnahmslos Landsmannschaften und Turnerschaften zusammengeschlossen sind, erwähnen die Grünen nicht.

Von der Stadtspitze fordern die Coburger Grünen "eine deutlich kritischere Auseinandersetzung mit diesem längst überholten Relikt völkischer Nationalkultur". Konkret kritisiert wird auch, dass die Stadt nicht den Fackelzug untersage, der immerhin an das "dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte" erinnern würde.

"Es kann nicht angehen, dass eine erzkonservative Veranstaltung wie der Convent unsere Stadt jedes Jahr aufs Neue als Bühne missbraucht, um ihre ausgrenzende nationale und elitäre Männergesellschaft zu propagieren", erklärt Michael Eckstein, der Bundestagskandidat der Grünen. "Einer Gruppierung, die ihre konservativen und größtenteils rechten Wertevorstellung auf den Nationalismus des 19. Jahrhunderts und einer besonderen Stellung Deutschlands gründen, müssen die Tore unserer Stadt verschlossen bleiben. Das sind wir unserer eigenen Vergangenheit schuldig."

Dass Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) im vergangenen Jahr gesagt habe, der CC trage durch seine bunten Farben zur Vielfalt in Coburg bei, dann sei dies "ein deutlich abwertendes Zeichen in Richtung aller Bürgerinnen und Bürger, die sich in unserer Stadt aktiv für eine offene und gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen", so die Grünen.