Die offiziellen Messstellen des Wasserwirtschaftsamtes Kronach weisen für die Itz und andere Flüsse in Stadt und Landkreis Coburg "niedrige" oder sogar "sehr niedrige" Pegel auf.

Knapp 1,80 Meter Wasserstand vermeldet der Gewässerkundliche Dienstes Bayern, der die Werte der Messstelle des Wasserwirtschaftsamtes Kronach an der Itz in der Uferstraße auf seiner Internetseite veröffentlicht. Wobei die grafische Darstellung sowie die Tabelle einen Wasserstand von durchgängig 1,79 Metern zeigen.


Rätsel um Pegelstand


"Da muss man einen Meter abziehen", sagt Friedrich Schubart, Abteilungsleiter bei der Kronacher Dienststelle. Bei den Pegeln und auch den gelb-schwarzen Massstäben an den Flussufern selbst werde stets ein Meter hinzugerechnet, "damit wir keine negativen Werte erhalten", löst er das Rätsel zwischen offiziellen Angaben und dem augenscheinlichen Eindruck vor Ort auf.

Der Monat Juli war bayernweit deutlich zu trocken. Es fielen gerade einmal 45 Prozent der Regenmenge, die im Durchschnitt in den Monaten Juli in den Jahren von 1981 bis 2010 gemessen worden waren. In Nordbayern sind nun schon sechs Monate in Folge "zu trocken". Die Niederschlagssumme im hydrologischen Sommerhalbjahr beträgt zum 6. August in Nordbayern 153 Millimeter, was 60 Prozent des Durchschnittswertes ist. Dies ist den Angaben des offiziellen Niedrigwasser-Informationsdienstes Bayern zu entnehmen. In großen Teilen Nordbayerns ist es sogar deutlich zu trocken.


Von wegen "kühles Nass"


Das Wasser in der Itz ist auch nicht wirklich frisch. Das viel und oft bemühte "kühle Nass" hatte am 11. August um 5 Uhr eine Temperatur von 19,3 Grad. Für den Fluss Steinach beim Neustadter Stadtteil Fürth am Berg springt die Temperaturmessung am 11. August ebenfalls zwischen 19 und knapp 29 Grad. Das erklärt sich aus dem extrem niedrigen Wasserstand dort, denn "ab einem Wasserstand von 86 Zentimetern befindet sich die Temperatursonde außerhalb des Gewässers".

Aber auch wenn es genügend Wasser für eine ordentliche Messung gibt, sind die Unterschiede spürbar. Gestern um 5 Uhr war der Main bei Trunstadt nahe Bamberg 24 Grad warm.

Nach den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes wird es auch in den nächsten Tage keine größeren Regenmengen geben.

Damit bleiben Itz und Lauter, Röden und Sulz traurige warme Rinnsale, die mit kniehohen Gummistiefeln durchwatet werden können.