Die musikalische Reise von Händel zu Händel führt an diesem Abend mitten hinein in die Gegenwart.
"La Réjouissance" aus der 1749 uraufgeführten "Feuerwerksmusik" bildet den Auftakt, der Choral "Dank sei Dir, Herr" erklingt als letzte Zugabe. Dazwischen aber bleibt Platz für einige zeitgenössische Komponisten und Arrangeure beim Gastspiel des Philharmonischen Blechbläserquintetts Coburg in der ehemaligen Dorfgaststätte von Elsa.


Seit einiger Zeit kümmert sich ein Verein mit großem Engagement darum, neues Leben in das Haus in der Dorfmitte von Elsa einziehen zu lassen. Dass die Kultur dabei eine entscheidende Rolle spielen kann, führt dieses Gastspiel vor Ohren, das vom Musikinstrumenten-Kontor Holz & Blech (Adelhausen) veranstaltet wurde. Immerhin verfügt der einstige Landgasthof über einen schönen Saal mit einer kleinen Bühne, die bei dieser Gelegenheit zum Podium für das Blechbläserquintett wird.


Die klare Akustik des Saals lässt die einzelnen Stimmen des Quintetts jederzeit prägnant hervortreten, ohne dass der Gesamtklang der fünf Blechblasinstrumente zu scharf gerät.


Vivaldi-Bearbeitung von Bach


Natürlich kommen Blechblasensembles an festlicher Barockmusik kaum vorbei. Das weiß auch das Quintett aus Musikern des Philharmonischen Orchesters des Landestheaters und bietet seinen Zuhörern neben Händel auch noch eine ordentlich große Portion Bach in Form einer effektvollen Adaption einer Vivaldi-Bearbeitung des Thomaskantors. Das Concerto, das Bach eigentlich für Orgel arrangiert hatte, wirkt in der Fassung für Blechbläser ebenso brillant wie überzeugend.


Präzises Zusammenspiel


Schon hier beeindrucken Markus Riepertinger und Tobias Ziegler (Trompete), Martin Osterhammer (Waldhorn), Heng-Chih Lin (Posaune) und Johannes Freyer (Tuba) mit ihrer Virtuosität wie mit ihrem präzisen Zusammenspiel. Dass sich Blechbläser aber auch jenseits der Barockzeit bestens entfalten können, beweist das Quintett dann mit drei Sätzen aus der populären "Petite Suite", die Claude Debussy ursprünglich für Klavier zu vier Händen konzipiert hatte.


Zwei Originalkompositionen stehen im zweiten Teil auf dem Programm. Morley Calverts Suite "Monteregian Hills" umfasst vier wirkungsvolle Sätze, in denen sich die fünf Blechblasinstrumente bestens entfalten können.


Musizierfreude und Klangfülle


Das gilt auch für die Suite "Welltempered Bach" aus der Feder von Luther Henderson, der viele Jahre lang das international erfolgreiche Ensemble "Canadian Brass" mit seinen Arrangements und Kompositionen versorgte.
Hier beeindruckt das Quintett mit seiner Musizierfreude und seiner wohl dosierten Klangfülle. Klar, dass die Gäste aus Coburg erst nach mehreren Zugaben endgültig von der Bühne gelassen werden.