Der von Zweiter Bürgermeisterin, Birgit Weber (CSU), angesprochene und dringend notwendige barrierefreie Ausbau des Bahnhofes "ist in den Plänen der Bahn bereits terminiert" - in der ersten Stufe für die Bahnsteige an den Gleisen 2 und 3. Die Inbetriebnahme eines Aufzugs sei für September 2016 geplant. In der zweiten Stufe seien dann das Gleis 1 und ein weiterer Aufzug bis Dezember 2018 fest fest vorgesehen.

Zuvor hatten Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) und IHK-Präsident Friedrich Herdan deutliche Worte zum Anschluss Coburgs an das ICE-Netz gesprochen. Es könne nicht sein, sagte der Oberbürgermeister, dass eine ganze Region ab 2017 faktisch von schnellen Bahnverbindungen abgeschnitten und Bahnhof der Vestestadt nur am Morgen und am Abend angefahren werde. "Wenn der bisherige Systemhalt in Lichtenfels 2017 wegfällt, stehen wir in der gesamten Region so schlecht da wie noch nie", sagte er wörtlich. Friedrich Herdan stimmte ihm zu. Er wies darauf hin, dass im gesamten Einzugsbereich, in dem über 600 000 Menschen leben, eine Vielzahl an global aufgestellte Unternehmen ansässig sind. Nicht zuletzt, weil viele von ihnen auch auf eine gute Anbindung an den Schienenverkehr angewiesen seien, habe die IHK zu Coburg in Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Landkreis und weiteren Partnern eine fundierte Potenzialanalyse in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse im Januar vorliegen werden.

"Ich habe mit Bahnchef Grube vereinbart, dass die Ergebnisse in die Betrachtungen einfließen werden. Zudem hat er zugesagt, an einem erneuten Bahngipfel in Coburg teilzunehmen, bei dem wir das dann erörtern werden", ergänzte Herdan. Landrat Michael Busch (SPD) äußerte die Ansicht, dass die Millioneninvestitionen und Einschnitte in die Natur gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern politisch nicht mehr vermittelbar seien, sollte es zu keinem Systemhalt in Coburg kommen.

Den Vorschlag aus der Runde, darüber nachzudenken, ob nicht ein alternierender Halt zwischen Erlangen, Bamberg und Coburg dafür sorgen könnte, an jedem der Standorte einen Zwei-Stunden-Halt zu sichern, nahm Burkert auf. "Mit dieser Verzahnung der drei Städte sollten auch tagsüber Halte in Coburg machbar sein. Ich werde ihre Anliegen unterstützen und in einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ihre Argumente noch einmal zur Sprache bringen. Zudem werde ich Hans Michelbach, als den Coburger Bundestagsabgeordneten, mit einbinden und mich auch bei Dr. Grube für ihre Ziele stark machen", versprach er. Und er sicherte eine Teilnahme am geplanten Bahngipfel zu.