Der Trend zeigt nach unten: Die Zahl der Straftaten in Coburg geht zurück. 3296 Fälle musste die Polizeiinspektion 2016 bearbeiten, so wenige wie in den letzten acht Jahren nicht. Dabei handelt es sich um bereinigte Zahlen: Delikte nach dem Ausländer- oder Asylbewerbergesetz sind hier nicht erfasst. Dass das Jahr 2014 mit 3728 Straftaten ein Ausreißer nach oben war, erklärte der Leiter der Polizeiinspektion Coburg, Joachim Mittelstädt, mit dem Schlachthof: Dort sei in mehreren hundert Fällen wegen Wirtschaftsdelikten ermittelt worden. Mittelstädts Fazit: "Coburg ist eine absolut sichere Stadt."

Mittelstädt und sein Stellvertreter Robin Buß referierten am Donnerstag im Stadtrat. Anlass war die Steinweg-Debatte, und dafür sehen die Zahlen nicht ganz so gut aus. Die Zahl der sogenannten Aggressionsdelikte im Steinweg bleibt stabil bei etwa 80 bis 90 im Jahr, obwohl die Zahlen im übrigen Innenstadtbereich zurückgingen (2012: 341; 2016: 234).

Für die Polizisten gibt es hier einen eindeutigen Zusammenhang mit der Sperrzeitverkürzung im Jahr 2005. Dass dadurch die Zahl der Aggressionsdelikte zunehmen würde, habe die Polizei seinerzeit auch nicht erwartet, räumte Mittelstädt ein. Für Robin Buß gibt es jedoch den eindeutigen Zusammenhang: Höhere Alkoholpegel und das Gefühl, unbeobachtet zu sein, führe dazu, dass mehr Menschen aggressiv werden, sagte er. "Die Polizei hat nie ein Hehl draus gemacht, dass sie sich von einer Sperrzeitverlängerung eine Wirkung verspricht", denn es würde weniger getrunken und die soziale Kontrolle wäre höher.

In Coburg wird über eine Verlängerung der Sperrzeiten im Steinweg diskutiert; dass die Polizei auf Einladung von Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) im Stadtrat informierte, hängt damit zusammen. Auch mehr Video-Überwachung ist im Gespräch, doch davon riet Buß ab. Zuständig sei hierfür die Polizei, die das für den Steinweg auch vorgeschlagen, aber noch keinen abschließenden Bescheid vom Innenministerium erhalten habe. Die Stadt dürfe nur im Bereich öffentlicher Gebäude oder Verkehrsanlagen überwachen.

Das Problem ist indes nicht neu. Um ihm beizukommen, wurde 2006 das Programm "Sipco"für die Innenstadt gestartet: "Sicherheit Prävention Coburg" umfasste Maßnahmen der Polizei, der Stadt und der Wirte selbst. "Wir wollen dem neues Leben einhauchen", kündigte OB Tessmer an.