Die zuletzt reichlich blühenden Spekulationen um den Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler in Seßlach sind beendet. Der bislang Zweite Bürgermeister, Berthold Borczyk, will Nachfolger von Hendrik Dressel werden. "Seßlach ist stark und das soll so bleiben", sagte Jürgen Schramm, der Vorsitzende der "Freien Wählergruppe Bürgerblock Seßlach" nach der Nominierungsversammlung im katholischen Pfarrsaal.
Dem noch amtierenden Bürgermeister Hendrik Dressel war es dabei vorbehalten, Berthold Borczyk offiziell Bürgermeisterkandidat vorzuschlagen. Es gab keine weiteren Vorschläge. Borczyk konnte von den 56 Stimmberechtigten 55 Ja-Stimmen auf sich vereinen.

Frei entscheiden in Seßlach

Der 61-Jährige stellte fest, dass er sich "in der Jugend des Alters" befinde. Er fühle sich durchaus in der Lage, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. "Und völlig neu sind mir als langjährigem Stellvertreter das Bürgermeisteramt und seine Aufgaben ja nicht", meinte Borczyk. Unter Verweis auf sein Alter - das eine Wiederwahl nicht ermöglicht - sprach der FW-Kandidat von einem großen Vorteil. Er sei im Falle seiner Wahl, weil er nicht auf eine erneute Kandidatur schielen müsse, in der Lage, auch unbequeme Entscheidungen herbeizuführen - "natürlich nur, wenn diese zum Vorteil der Stadt sind".
Dem Finanzfachmann liegt eine Reduzierung der Schulden am Herzen. Borczyk plädierte für eine interkommunale Zusammenarbeit und möchte den Tourismus als wirtschaftlichen Faktor ausbauen. Eine gute Nahversorgung bezeichnete er "als ein Stück Lebensqualität". Ein zentrales Thema war für den Bürgermeisterkandidaten das "Pfister-Grundstück", das er Dienstleistungszentrum ausbauen möchte. Für gewerbliche Ansiedlungen könne in Zukunft der Stadtteil Dietersdorf erste Adresse sein.
"Die Dorferneuerung hat einen Platz in meinen Visionen" erklärte Borczyk, der auch das soziale Netz in der Stadt ausbauen möchte und Straßenausbaubeiträge dem Problem Straßen- und Brückensanierungen begegnen könnten. Allerdings gibt es bereits neue Wege der Finanzierung der gemeindlichen Infrastruktur. Sein Credo: "Wir streben keine Fraktionspolitik an, wir werden im Falle einer Mehrheit diese aber nutzen. Zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger - so wie es auch bisher der Fall war."

Steiner tritt in Rödental an

Die Freien Wähler in der Stadt Rödental haben bei einer Nominierungsversammlung am Samstagabend einstimmig ihren Stadtrats-Fraktionsvorsitzenden, Marco Steiner, zum Bürgermeister-Kandidaten für die Kommunalwahlen im März 2014 nominiert. "Mein Ziel lautet, ein Bürgermeister für alle Altersgruppen zu sein" betonte der 38-jährige Steiner nach seiner Wahl.