Dieses Mal verließen rund 30 Zuhörer, zum größten Teil aus Roth am Forst, zufrieden die Gemeinderatssitzung und spendeten Beifall. Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG) war dennoch nicht begeistert von dieser Reaktion der Leute.

Zwei Bürger aus Roth am Forst, Mike Alex und Matthias Brendel, stießen mit ihren Anträgen im Ratsgremium nicht mehr auf taube Ohren. Auf ihren Antrag hin wurde zum einen der Vorbescheid auf Neubau einer Werkstatt und Lagerhalle für eine Spedition einstimmig abgelehnt. Es gab mehrere Gründe für die Ablehnung des Vorhabens in der Brückenstraße: Es ist kein Bebauungsplan vorhanden, das Projekt liegt im Außenbereich, die Erschließung ist nicht ausreichend, die Fahrbahnbreite durch Roth am Forst ist für den Begegnungsverkehr nicht ausreicht und außerdem wird massiver Lärm befürchtet.

Schwerlastverkehr würde zunehmen

Die Bürger hatten sich gegen jegliche Ansiedlung von Industrie gewehrt mit der Begründung, dass der Schwerlastverkehr durch den Anwohnerbereich zunehmen würde. Der Bürgermeister erklärte dazu: "Das Gebiet östlich von Roth am Forst ist im Flächennutzungsplan zwar als Gewerbegebiet ausgewiesen, jedoch besteht kein Bebauungsplan. Firmen könnten jederzeit einen Bauantrag stellen, zur Ausführung bedarf es jedoch eines Bebauungsplanes. Die Gemeinde hat kein Interesse daran." Jürgen Wittmann fügte hinzu: "Eine Durchgangsstraße wird die Brückenstraße für den landwirtschaftlichen Verkehr auch nicht werden."

Auch lehnten die Bürger jegliche Beteiligung an Straßenbaukosten ab, welche im Zuge einer eventuellen Sanierung oder eines Ausbau des gewerblich genutzten Teils der Brückenstraße anfallen würden. Der Hintergrund sei, dass sich die Gewerbebetriebe auch nicht an den Ausbaukosten im Anwohnerbereich beteiligten. Wittmann konnte beruhigen: Für die Erneuerung der Brückenstraße seien Straßenausbaubeitragsbescheide erlassen worden, die rechtskräftig seien. Sollte eine Sanierung des hinteren Teils der Brückenstraße erfolgen, würden diese Kosten nicht auf die vorderen Anlieger umgelegt. Ohnehin sei eine erneute Beteiligung von Bürgern an Straßenbaumaßnahmen erst nach 15 Jahren wieder möglich.

Warum gibt die Gemeinde Geld für die Füllbachbrücke, obwohl es Zuschüsse gibt?

Moniert wurde ebenfalls, dass kommunale Finanzmittel für die Füllbachbrücke ausgegeben würden, obwohl Fördergelder flössen. Wittmann entgegnete: "An der 1966 errichteten Brücke wurden erhebliche Mängel festgestellt, die die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit beinträchtigen."

Auf taube Ohren beim Bürgermeister stieß allerdings der Wunsch auf eine eigene Bürgerversammlung im Ortsteil Rohrbach. Dies wurde sogar per Unterschriftenliste gefordert. Gemeinderat Helfried Schreiner (CSU) unterstütze dies: "Es gibt genug Themen, die direkt in Rohrbach und nicht in einer zentralem Bürgerversammlung in Grub anzusprechen wären." Er nannte die Pappeln, die im Jahr 2017 anstehende 700-Jahr-Feier und die Dorferneuerung. Zu letzterem Thema ließ sich Wittmann erweichen, in Rohrbach ein Bürgergespräch stattfinden zu lassen. Auch wenn Gemeinderat Peter Pillmann (GfG) eine "jährlich wandernde Bürgerversammlung von Ort zu Ort" vorschlug, blieb Wittmann bei seiner harten Linie: "In das alte Schema falle ich nicht mehr zurück."