Der Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetags, der Bürgermeister der Gemeinde Ebersdorf bei Coburg, Bernd Reiseweber (BG), und der CSU-Kreisvorsitzende, Martin Mittag (CSU), Bürgermeister der Stadt Seßlach, waren mit Kollegen aus dem Landkreis Coburg auf Einladung des Wahlkreisabgeordneten für Coburg und Kronach, Hans Michelbach (CSU), im Deutschen Bundestag zu Gast.

Der Anlass: In der Großen Koalition wurden in dieser Woche die Weichen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien neu gestellt. Martin Mittag, der Bürgermeister der Gemeinde Meeder, Bernd Höfer (CSU), und der Bürgermeister der Gemeinde Sonnefeld, Michael Keilich (CSU), sprachen sich gegen weitere Stromtrassen im Coburger Land aus. Deshalb wurde auch ein Gesprächstermin mit dem Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Tennet, Lex Hartman, im Deutschen Bundestag geführt.


"Keine weiteren Stromtrassen"

Nach dem Gesprächstermin mit dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, vor wenigen Wochen wollen die Kommunalpolitiker und der Wahlkreisabgeordnete verstärkten Einfluss auf die anstehenden Planungen vornehmen. Bürgermeister Martin Mittag verdeutlichte, dass die Gebietskörperschaften im Landkreis Coburg keine weitere Stromtrasse mehr akzeptieren werden. Er verlangte, die Planungsvorschläge der Tennet mit den Trassen P44 mod und P44 zu überdenken. Es sei nicht akzeptabel, dass es einen Umweg von 40 Kilometern mehr Trassenlänge gegenüber der Ursprungsvariante geben soll.

Einer Mitteilung zufolge räumte Lex Hartman ein, dass nach Elektrotechnik und Kosteneffizienz die direkte Verbindung vom thüringischen Altenfeld nach dem unterfränkischen Grafenrheinfeld die bessere Lösung wäre, diese aber aus dem Bundeswirtschaftsministerium gegenüber der Bundesnetzagentur verworfen worden sei.
Der Umweg über das Coburger Land sei wirtschaftlich und elektrotechnisch die schlechtere Lösung. Als Fazit trugen der Wahlkreisabgeordnete Hans Michelbach und die Bürgermeister die Bitte vor, eine Nutzung bestehender Trassen oder eine gerade Linie vom Anfangs- zum Endpunkt neu zu prüfen. Hierzu wird es mit der Tennet und der Bundesnetzagentur in den kommenden Wochen weitere Gespräche geben. Nach dem EEG-Gesetz sollen die Änderungen verzögert erst im Jahr 2017 entschieden werden.


Biomasse wird weiter gefördert

Die Große Koalition befasste sich auch mit der Zukunft der Biogasanlagen. Beschlossen wurde laut Mitteilung, die Ausschreibung für alle Biogasanlagen zu öffnen und Windenergieanlagen an Land in sogenannten Netzausbaugebieten zu begrenzen. Über Photovoltaik auf Ackerflächen entscheiden in Zukunft die jeweiligen Bundesländer.

Insbesondere die Erhaltung der Biomasseförderung stieß bei den Besuchern aus dem Landkreis Coburg auf Wohlwollen, ist sie doch für die heimische Landwirtschaft eine wichtige Wertschöpfung. Die Bürgermeister von Großheirath, Lautertal und Untersiemau, Udo Siegel (CSU/Bürgerblock), Rolf Rosenbauer und Sebastian Straubel (beide CSU), dankten für den Einsatz zu Gunsten der Investitionen in der heimischen Landwirtschaft.