Zuerst die schlechte Nachricht: Ein Bratwursthäuschen, so wie es jetzt am Thermalbad-Parkplatz in Bad Rodach steht, wird es im nächsten Jahr nicht mehr geben. Und nun die gute Nachricht: "Eine Coburger Bratwurst wird dort natürlich weiterhin angeboten", versprach Stine Michel, Geschäftsführerin der Therme Natur, den Bad Rodachern bei der Bürgerversammlung am Donnerstag im Jagdschloss. Denn statt eines Bratwursthäuschens soll dort bald ein "Welcome Center" entstehen, bei dem man neben einem Imbiss auch Dinge des täglichen Bedarfs kaufen kann. Das ist die Antwort der Tourismusexperten der Therme auf die ungeheuer positive Resonanz, die der neue Wohnmobilstellplatz im vergangenen Jahr erleben durfte. Stine Michel: "Mit einem solchen Erfolg hatten wir gar nicht gerechnet."

Ein Erfolg seien im vergangenen Jahr die Genusstage der Region Coburg im Kurpark gewesen. Es lägen sogar schon Anfragen von Veranstaltern vor, den Kurpark ebenso nutzen zu dürfen. Ebenso erfolgreich sei der Kinosommer im Kurpark gewesen. Stine Michel bezeichnete es als weiterhin wichtig für Therme wie Kurstadt, mit den Partnern Landkreis und Stadt Coburg zusammen "über den Tellerrand hinauszuschauen". Dies zeige sich an den gestiegenen Gästezahlen. Allein bis zum Sommer seien schon 3000 Badbesucher mehr als im Jahr 2015 gezählt worden. Stine Michel zeigte sich sicher, dass die 5000er-Grenze in diesem Jahr noch erreicht werden könne - die Patienten des Medical Parks nicht mitgezählt.

Nach den Vorteilen des neuen Kassensystems erkundigte sich Reinhard Hofmann. Die lägen ganz einfach in der Praktikabilität, betonte die Thermen-Geschäftsführerin: "Das komplette System im Bad wird dann über einen Chip abgerechnet." Und: "Es ist ja absolut nicht mehr zeitgemäß, mit einem Fünf-Euro-Schein in der Badehose durch die Therme zu kommen." Auch die Abläufe an der Kasse würden vereinfacht.


"Nicht einfach verschenken"

Noch keine Einigung gebe es mit der Lieferung von Thermen-Wasser an den Medical Park. "Wir sind aber dran", sagte Stine Michel. Und Bürgermeister Tobias Ehrlicher ergänzte: "Wir können das Thermenwasser ja nicht einfach verschenken." Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Reha-Klinik sei aber bereits viel besser geworden.

In seinem Jahresbericht kündigte der Bürgermeister eine Erhöhung der Abwassergebühren an. Diese sei unumgänglich, weil diese Leistung kostendeckend sein müsse. Die Gebühr erhöht sich von 2,05 auf 2,20 Euro pro Kubikmeter. Allerdings, so Tobias Ehrlicher, gebe es auch Nachbarkommunen, in denen für den Kubikmeter mehr als vier Euro berappt werden müssten.

Großes Lob zollte der Bürgermeister dem Eigenengagement der Bürger bei Verschönerungs- oder Renovierungsarbeiten in den einzelnen Stadtteilen: Es ist toll zu erleben, wenn sich die Menschen hier so stark einbringen." Zum Architektenwettbewerb für den Bad Rodacher Schlossplatz konnte er vermelden, dass sich 14 Büros daran beteiligen. Eine Entscheidung werde im Januar oder Februar kommenden Jahres fallen. In die Planungen einbezogen werde dabei neben einem Spielplatz für die Innenstadt auch der Umzug der Bücherei und der Einbau eines Aufzugs für das Jagdschloss.

Derzeit leben 60 Flüchtlinge im Stadtgebiet von Bad Rodach. Der Rückgang sei auch darauf zurückzuführen, dass viele der im vergangenen Jahr angekommenen Geflüchteten mittlerweile als asylberechtigt anerkannt worden seien, sagte der Bürgermeister. Neun Flüchtlingskinder besuchten derzeit Kindertagesstätten, weitere neun die Grund- und Mittelschule Bad Rodach.

Besonderen Dank richtete der Bürgermeister an die Mitarbeiter in Stadtverwaltung, Bauhof,Therme und anderen Bereichen. Sie trügen alle zum Anliegen der Stadt bei: "Uns geht es darum, die Bürger glücklich zu machen."
Und dazu gehört auch, dass sich die Stadtverwaltung bald den Zwiebelturm auf dem Leichenhaus des Gauerstadter Friedhofs anschauen muss. Ein Bürger bemängelte nämlich, dass er "total marode ist und es dort reinregnet". Zudem werde die Friedhofshecke außen nicht mehr geschnitten. Der Bürgermeister und sein Geschäftsleiter Uwe Schmidt versprachen, sich darum zu kümmern.