Die Nackenschläge waren heftig: 2010 wurde er als Coburger SPD-Chef abgewählt, 2014 verpasste er den Wiedereinzug in den Stadtrat. Doch Thomas Rausch, mittlerweile Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, lebt noch immer für die Sozialdemokratie. Das wurde beim politischen Aschermittwoch deutlich, wo er als heimischer Hauptredner auftreten durfte. "Mit dieser Ehre hätte ich nicht mehr gerechnet", gab Rausch offen zu. Weil Stefan Sauerteig, sein Nach-Nachfolger als SPD-Chef, verhindert war, hatte man ihn gefragt - erst sagte er Ja, dann legte er los.

"Wir wollen in Köpfe investieren und nicht nur in Steine" - auf diese Devise von OB Tessmer verwies Rausch, als er die "Soziale Stadt" Wüstenahorn, die Sanierung der Ketschenvorstadt, die Entwicklung des Güterbahnhofsgeländes, die Schaffung von Parkplätzen am Bahnhof und die Theater-Sanierung aufzählte. All diese Projekte seien wichtig. Aber: "Das ist schon verdammt viel Beton, in den wir da investieren!" In dieser Situation frage er sich, ob es richtig sei, noch eine weitere Großbaustelle anzugehen, nämlich die für eine Schlossplatz-Tiefgarage.

Einen privaten Investor gebe es nicht, und der Haushalt der Stadt lasse "keinerlei Spielräume für solche Märchenschlösser". "Und wenn wir uns solche leisten wollen, dann werden wir an anderer Stelle den Gürtel noch enger schnallen müssen."

"Nessie vom Loch Schlossplatz"

Rausch warb für eine Idee, die Tessmer im Wahlkampf hatte: Die Entscheidung über den Bau einer Schlossplatz-Tiefgarage sollte zusammen mit den Bürgern getroffen werden, mit einem Bürgerbegehren beziehungsweise Ratsbegehren. Rausch findet das "eine geniale Idee". Vor allem wünscht sich Rausch, dass das Thema ein für allemal geklärt wird: "Damit Nessie nicht noch weitere Jahrzehnte auf- und abtauchen muss im Loch Schlossplatz!"

Bevor Rausch das Rednerpult frei machte für Jürgen Hennemann, den neuen SPD-Bürgermeister von Ebern, ging er noch auf die jüngste Abspaltung bei der SPD ein: "Vielleicht finden die drei Abtrünnigen ja doch wieder den Weg zurück in die SPD-Fraktion." Noch stünden ihnen die Türen offen. "Auf alle Fälle sollten wir ihnen den Weg zurück nicht vorschnell verbauen", sagte Rausch und spielte damit auf ein mögliches Parteiausschlussverfahren an.