In einer schriftlichen Erklärung nehmen Landrat Michael Busch (SPD), Regionalmanager Stefan Hinterleitner, Dekan Andreas Kleefeld und Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD) Stellung zu den Äußerungen von René Hähnlein (Die Linke) und den Mitgliedern des Coburger Aktionsbündnisses gegen rechte Aktivitäten (Cara). In der Erklärung heißt es: "Es ist bedauerlich, dass durch Leserbriefe, unter anderem von René Hähnlein und Cara in den letzten Tagen der Erfolg des bunten Fests am Samstag vor einer Woche abgewertet wird.

Unserer Meinung nach hat Coburg, haben die Menschen im Coburger Land mit ihrer Teilnahme und Unterstützung des Fests unterstrichen, dass unsere Stadt und unsere Region für Demokratie, für Menschenrechte, für ein Miteinander aller Nationen und Religionen und für Weltoffenheit (ein)stehen. Damit haben wir den vorbeiziehenden Nazischergen ein deutliches Zeichen gesendet, dass Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung in unserer Region keinen Platz haben und Nazis mit ihrer menschenverachtenden Ideologie absolut unerwünscht sind.

Absolut unverständlich ist uns die Kritik an der Stadt Coburg und insbesondere an Oberbürgermeister Norbert Kastner, der genau diese Gedanken in seiner Rede unter dem großen Beifall aller Festteilnehmer unterstrichen hat, als er die Demonstranten und ihre Sympathisanten als "unerwünschte Personen" bezeichnete und wörtlich erklärte, dass "braune Schergen in unserer Stadt nichts verloren haben." Auch Bürgermeister Norbert Tessmer und der Leiter des Rechtsamtes, Willi Kuballa, sowie Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) und die SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld drückten mit ihrer Teilnahme an der Veranstaltung ihre Solidarität aus. Dass wir in einem Rechtsstaat leben, sollte uns stolz machen - auch wenn diese Grundrechte dann leider auch von solch Ewiggestrigen ausgenutzt werden können.

Absoluter Bärendienst


Wer nunmehr einen Keil zwischen den breiten Zusammenschluss, der hinter dem bunten Fest steht, und unsere Stadt zu treiben versucht, erweist der Sache einen absoluten Bärendienst. Wir können doch nicht ernsthaft wollen, dass die Nazis sich darüber freuen, wenn ihnen die Polizei einen Weg frei machen muss und wir uns in Coburg untereinander streiten!

Unser breites Netzwerk, das wir gerade aufbauen, will ganz bewusst einen anderen Weg gehen und weiter positiv aufzeigen, dass die große Mehrheit unserer Mitbürger allen Nazis, allen menschenverachtenden und gewaltverherrlichenden Ideologien die Rote Karte zeigt. Wir sind stolz darauf, wie wir dies am Samstag gemeinsam vorgelebt haben.

Dem einen Feindbild nur ein anderes entgegenzustellen, bringt uns dagegen kein Schritt weiter."