Konkret soll Stoschek, der bis 2005 Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens war, den BBC Coburg und das Landestheater genannt haben. Die Gesellschafterversammlung von Brose müsse das aber noch beschließen.

Das bestätigte am Donnerstag Katja Hermann, Pressesprecherin bei Brose: "In der nächsten Gesellschafterversammlung der Brose Gruppe soll unter anderem die Sponsoring-Planung 2016 besprochen werden. Vor einer Entscheidung äußern wir uns dazu nicht."

Brose Fahrzeugteile hatte seine Sponsoring-Aktivitäten in Coburg Ende 2004 eingestellt, weil der Stadtrat im Sommer des gleichen Jahres eine Umbenennung der Von-Schultes- in Max-Brose-Straße mit knapper Mehrheit abgelehnt hatte. Im Mai 2015 nun hat der Stadtrat diese Umbenennung mit großer Mehrheit beschlossen, obwohl das sowohl in Coburg als auch von außen heftig kritisiert wurde - Max Brose wurde sein Verhalten während des Nationalsozialismus vorgeworfen.

Das Brose-Werk hatte in den 40er Jahren bis Kriegsende Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter beschäftigt. Angeblich hat Michael Stoschek in der Betriebsversammlung auch angekündigt, das für die Zwangsarbeiter eine Art Gedenkstein auf dem Brose-Gelände errichtet werden soll, und zwar neben der Büste des Firmengründers Max Brose. Doch laut der Unternehmenssprecherin ist auch das eine Entscheidung, die erst noch von der Gesellschafterversammlung bestätigt werden muss.

Die Umbenennung der Straße hat Brose inzwischen vollzogen - zumindest auf dem Briefpapier, den Visitenkarten und bei den E-Mail-Signaturen. "Max-Brose-Straße 1" lautet nun die Adresse der Coburger Hauptverwaltung des Unternehmens. Die neuen Straßenschilder wollte die Stadt aber erst installieren, wenn die Bauarbeiten in der Max-Brose-Straße abgeschlossen sind. Dort wird der Bereich des Fußgängerüberwegs direkt vor der Hauptverwaltung neu gestaltet. Die Max-Brose-Straße führt quasi mitten durchs Werk; gegenüber der Hauptverwaltung befindet sich die Kantine. Deshalb hat der Verwaltungssenat der Stadt beschlossen, dort Tempo 30 auszuweisen.