Seit 35 Jahren ist die "Schützengesellschaft Coburg 1354" auf dem Coburger Vogelschießen mit ihren Armbrüsten vertreten. Wem Dosenwerfen und Gewehrschießen zu gewöhnlich ist, der kann sein Können an der Armbrust jeden Abend beim Volksfest in der Angerhalle unter Beweis stellen.


120 wollten Bester sein

Auch in diesem Jahr hat die Schützengesellschaft wieder rund 300 Einladungen an bekannte Persönlichkeiten aus der Region verschickt. Diese wetteiferten am Montagabend, der unter dem Motto "Tag der Vereine" stand, am Schießstand miteinander. 120 Stadträte, Schuldirektoren und Vereinsvorsitzende sind dem Ruf gefolgt und haben versucht, mit einer Armbrust die zehn Meter entfernte Scheibe zu treffen.

Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) war einer der ersten und gab seine drei Schüsse ab. Letztes Jahr hatte er den vierten Platz belegt. Auch diesmal schlug er sich nicht schlecht und kratzte mit einem Schuss den innersten Ring an. "Ob das für die besten zehn reicht, wage ich zu bezweifeln", sagte er.


"Es geht gleich zur Sache"

Für Norbert Tessmer geht es in erster Linie auch nicht darum, zu gewinnen. "Das Armbrustschießen macht Spaß, weil hier keine großen Reden geschwungen werden, sondern es gleich zur Sache geht", erklärte er. Mit seiner Einschätzung sollte er Recht behalten. "Die Schüsse werden auf den tausendstel Millimeter genau gemessen", erklärte der Oberschützenmeister Hans-Herbert Hartan. "Der Schuss vom Oberbürgermeister war gut, aber ich glaube, dass im Laufe des Abends noch einige gute mehr fallen." Gewertet wird der beste Tiefschuss.

Nachdem die Coburger Prominenz zwei Stunden Zeit gehabt hatte, ihre Schüsse abzugeben, folgte auf der Bühne im Festzelt die Siegerehrung. Jürgen Heeb, Vorsitzender des Sportverbandes Coburg, sagte: "Der Tag der Vereine und das Promi-Armbrustschießen sind immer ein besonderer Anlass, weil die wichtigen Vertreter aufeinandertreffen und neben dem sportlichen Wettkampf Zeit zum Netzwerken haben."


Es ging ganz knapp zu

Die zehn besten Schützen bekamen ein Plüschtier überreicht. Auf dem dritten Platz landete Ernst Franke mit einem 530-Teiler. Noch besser war Stadtrat Maximilian Forkel mit einem 387-Teiler, was bedeutet, dass sein bester Schuss nicht einmal vier Millimeter vom Zentrum entfernt war.

Ein Schuss war an diesem Abend aber nicht zu übertreffen. Einen unglaublichen 70-Teiler hat Patrizia Fitz geschossen und sich mit großem Abstand den Sieg gesichert. Die Schriftführerin des Coburger Fotoclubs, der in der Angerhalle beim Schießstand auch gerade eine Ausstellung zeigt, gab zu: "Das war ein Glückstreffer." Von ungefähr kam der Schuss, der gerade einmal sieben Zehntel Millimeter vom Zentrum entfernt war, aber nicht. "Alle drei Schüsse waren im roten Bereich", sagte sie mit einem Augenzwinkern. Die gebürtige Österreicherin, die seit 2011 in Coburg lebt, durfte sich über das größte Plüschtier freuen. "Ich freue mich, ich bin ein großer Plüschtierfan", sagte die stolze Siegerin.