Am frühen Donnerstagabend hat sich auf der Strecke Coburg-Bad Rodach erneut ein schwerer Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang ereignet. Ein 58-jähriger Mann fuhr am Fuße des Fuchsbergs, an der Elsaer Mühle, mit einem Opel Meriva von Coburg kommend Richtung Großwalbur. Die kleine Nebenstraße überquert die Bahnlinie Coburg-Bad Rodach. Der Übergang ist nur mit zwei Andreaskreuzen gesichert.

Wie die Polizei unter Berufung auf Zeugen berichtete, sei der Mann nicht zu schnell über den Bahnübergang gefahren, sondern eher vorsichtig. Aber den herannahenden Zug aus Coburg hatte er offenbar trotzdem übersehen. Der Zug erfasste das Auto an der hinteren rechten Tür und schleuderte es von der Fahrbahn. Das Auto überschlug sich mehrmals und blieb schließlich im Graben liegen.

Fahrer ist wohl außer Lebensgefahr

Der Fahrer wurde schwer verletzt, ist aber nach Angaben der Rettungskräfte außer Lebensgefahr. Die Feuerwehr Bad Rodach öffnete den Zug für die 24 Fahrgäste und holte sie mit Hilfe der Rettungsplattform heraus. Im Zug befanden sich auch zwei Kinder, die zum ersten Mal in ihrem Leben mit einem Zug gefahren waren. Sie wurden von ihrem Vater abgeholt. Die anderen Fahrgäste wurden mit Bussen nach Bad Rodach gebracht. Am Triebwagen der Agilis entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 100 000 Euro. Am Pkw des Unfallverursachers entstand ein Totalschaden von etwa 10 000 Euro. Die Feuerwehr Bad Rodach war mit 21 Kräften vor Ort. Sie sicherten den Bahnübergang mit mehreren Fahrzeugen ab. Der Zugverkehr war für mehrere Stunden unterbrochen. Wegen der relativ häufigen Unfälle an der Bahnstrecke hatte die Polizei erst vor Kurzem eine mehrwöchige Überwachungsaktion durchgeführt.

Mehrmals wies sie darauf hin, dass an unbeschrankten Bahnübergängen besonders vorsichtig gefahren werden muss. Der Autofahrer muss in der Lage sein, noch vor dem Bahnübergang anzuhalten.