Es war eines der am längsten geforderten Verkehrsprojekte im Coburger Land. Drei Bürgermeister der Gemeinde Ahorn bemühten sich darum. Martin Finzel (parteilos) ist es vergönnt, dass in seiner Amtszeit nun endlich die gefährliche Einmündung von der Bundesstraße 303 zu Gerätemuseum und alter Schäferei als Gefahrenpunkt entschärft wird.
"Es hat an dieser Stelle im Laufe der Jahre sehr schwere Unfälle gegeben, bei denen Menschen gestorben sind und viele verletzt wurden", sagte Finzel am Montag beim offiziell ersten Spatenstich - der etwas verspätet vorgenommen wurde. Längst arbeiten die Baumaschinen mit Hochdruck daran, eine sichere Querung in dem Kreuzungsbereich zu schaffen.
Die Notwendigkeit, dort eine Lösung zu finden, wurde von Fachstellen nie bestritten. Die Kreuzung der Bundesstraße mit der Gemeindeverbindung weist aufgrund fehlender Abbiegestreifen nach Einschätzung des Straßenbauamtes Bamberg erhebliche Defizite auf, was die Sicherheit von querenden Radlern und Fußgängern angeht. Polizei und Straßenverkehrsbehörde fordern daher eben seit langer Zeit Abhilfe.


Sicher zum Museum

Das überregional bedeutende Gerätemuseum "Alte Schäferei" mit etwa 13 000 Besuchern jährlich ist nur über die Gemeindestraße zu erreichen. Besucher, die den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, etwa Schulklassen oder Kindergartengruppen müssen dann die Bundesstraße zu Fuß überqueren. Das wird als erhebliche Gefahrensituation eingestuft, auch wenn in dem Bereich die Geschwindigkeit auf der Bundesstraße begrenzt wird.
Im vergangenen Jahr fand die Gemeinde Ahorn eine Einigung mit den Grundeigentümern, um Flächen erwerben zu können, die für den sicheren Ausbau benötigt werden. "Wir sind der Familie Matthes sehr dankbar, dass sie das ermöglicht hat", sagte Bürgermeister Martin Finzel.
Jetzt rollen die Bagger südlich der B 303 und arbeiten daran, die Gemeindestraße um rund 300 Meter zu verlegen. So kann sie dann ein Stück weiter westlich an die bestehende und verkehrssicher angelegte Kreuzung bei der Zufahrt nach Ahorn angebunden werden.


Unterführung für Fußgänger

Der momentane Kreuzungsbereich wird für Fußgänger und Radfahrer sicherer gestaltet. Eine Unterführung bringt sie künftig auf die andere Seite. Die Gemeinde Ahorn wird den Dammweg dazu asphaltieren. Die Kosten für den gesamten Ausbau an der Bundesstraße trägt der Bund. Sie werden zwischen 850 000 und einer Million Euro liegen, wenn alles fertig ist. Für die Gemeinde Ahorn wäre das ein schwer zu tragender finanzieller Brocken gewesen.


Kurze Sperrung reicht

Die Arbeiten laufen zum großen Teil neben der Bundesstraße. Daher wird sich eine nötige Sperrung auf einen vergleichsweise kurzen Zeitraum von etwa zwei Wochen im August beschränken, heißt es seitens der Planer des Straßenbauamtes. Allerdings werden Ortskundige dann auch den Weg durch Ahorn finden. Die Arbeiten, für die eine Sperrung erforderlich ist, werden zeitgleich mit einer Sperrung der B 303 in Oberelldorf vorgenommen. Dort wird die Bundesstraße gerade dreispurig ausgebaut. Die Zufahrt zum Gerätemuseum und zur Gaststätte "Schäferstuben" wird zu jeder Zeit möglich sein, versichert Martin Finzel. Im Oktober hoffen die Planer, die Arbeiten abschließen zu können, wenn alles glatt läuft.