Einen spannungsvollen choreografischen Dreiklang verspricht der nächste Ballettabend am Coburger Landestheater. "Hypnotic Poison" - unter diesem Titel feiern gleich drei Choreografien ihre Coburger Erstaufführung. "Hypnotisches Gift" - das klingt gefährlich und interessant zugleich" sagt Dramaturgin Renate Liedtke über die Arbeit von Demis Volpi, die dem gesamten Abend den Titel gibt.


Verführer und Verführte


Demis Volpi, der aus Argentinien stammende Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts (seit 2013), hat sich für seinen Beitrag das "Tagebuch eines Verführers" von Sören Kierkegaard als Vorlage genommen. "Nicht die Figuren stehen im Zentrum", erläutert Liedtke, sondern die Energie zwischen Verführer und Verführter. Dabei gehe es auch um Strategie und Machtspiele: "Hinter jeder Verführung lauert eine Überraschung - manchmal auch eine böse."


Faszination Tanz


Demis Volpi entdeckte schon als Vierjähriger die Faszination des Tanzes. Seine ersten Schritte auf der Bühne machte er im legendären Teatro Colón seiner Heimatstadt Buenos Aires. Seine Choreografie "Hypnotic Poison" feierte erfolgreiche Premiere im März 2012 beim Ballett Augsburg.

In die Wartehalle eines Flughafens führt die koreanische Choreografin Young-Soon Hue Simon. "Contrast" - unter diesem Motto macht sie sich Gedanken über die Spannung zwischen äußerer Wirklichkeit und dem, was sich hinter den Masken vielleicht abspielen könnte.


Szenen am Flughafen


Auf Flughäfen hat sie Menschen beobachtet, die auf ihren Flug warten. So zeigt sie in ihrer Choreografie wartende Menschen und spekuliert zugleich darüber, was diesen Menschen begegnen könnte, wenn sie mit dem Flugzeug am Ziel angekommen sind. Die Musik dazu stammt unter anderen von einem der führenden Vertreter der sogenannten Minimal Music: John Adams.


Stühle als wichtigstes Requisit


Wichtigstes Requisit in ihrer Arbeit sind Stühle - ebenso wie in der Arbeit, die Coburgs Ballettdirektor Mark McClain zu dieser Produktion beisteuert. "Bewitched, bothered & bewildered" - dieser Hit aus dem Musical "Pal Joey" von Richard Rodgers und Lorenz Hart liefert den Titel seiner Choreografie, die zum Stelldichein vieler Jazz-Größen von Ella Fitzgerald bis Billie Holiday wird. Worum es geht?


Getanztes Konzert


Kurz gesagt: "Man fällt immer wieder auf die Männer rein", fasst Dramaturgin Renate Liedtke das Konzept Mark Mc Clains zusammen. Das Resultat: "Das ist wirklich ein getanztes Konzert." McClains Choreografie feierte ihre Premiere vor einigen Jahren in Mannheim, als er Ballettdirektor am dortigen Nationaltheater war.